Sonntag, 24. Juni 2012

Tagesausflug ins Salzburger Land

Nachdem in der Vorwoche das letzte Belastungswochenende mit dem 50km-Lauf im Prater gefolgt von einer Radtour Wien-Krems-Wien am Programm stand, geht es nun langsam in Richtung Tapering-Phase. Allerdings hat sich da noch die Premiere des Mozart100 eingeschlichen - für mich aber nicht in der Vollversion der 100km-Laufs, sondern eine Stufe weniger als 54km-Variante.

Voll motiviert am Trainingslager im Februar erschien mir die Idee auch sehr reizvoll, den Mozart100 quasi als Schlafentzugstraining zu machen. So entstand der Plan, mit dem Nachtzug um Mitternacht von Wien wegzufahren, um 3h30 in Salzburg anzukommen und dann halt noch irgendwie die Zeit bis zum Start um 8h zu überbrücken. Soweit die Theorie vier Monate vor dem Lauf.

Kommen wir zum Jetzt. So verfolgte ich also noch das EM-Match Deutschland-Griechenland, bei dem es glücklicherweise keine Verlängerung gab, und dann ging es mehr als rechtzeitig los. Mit meiner Riesentasche - eigentlich wollte ich ja mit Rucksack reisen, aber das ging sich irgendwie alles nicht aus darin (immer dasselbe ;-) - kam ich so knapp nach 23h15 am Bahnhof Wien-Meidling an und hatte entspannt Zeit auf die Abfahrt des Zugs um 23h56 zu warten.

Warum so früh? Naja, Bahnhöfe und Züge sind für mich ein großes Mysterium und bedeuten eine latente Gefahrensituation. Ich habe oft den Eindruck, Bahnfahren ist nur gemacht von Bahnbeschäftigten für Bahnbeschäftigte: ohne Insiderwissen ist man da verloren ;-) ... Bestätigt wurde mir diese Angst auch wieder bei der Online-Ticketbuchung. So wurde empfohlen, einen Sitzplatz zu reservieren, da der Zug stark gebucht wäre. Klingt logisch. Nach dem fünften Untermenü gab's auch tatsächlich die Möglichkeit eine Sitzplatzreservierung vorzunehmen, allerdings musste man dazu die gewünschte Verbindung auswählen. Und zwar durch Durchklicken aller Tagesverbindung ... chronologisch. Nach gefühlten 100 Klicks - und großem Erstaunen über wieviele Möglichkeiten man am Tag von Wien nach Salzburg fahren kann - war ich dann endlich bei meinem Zug gelandet ... und genau hier verschwand dann die Option für die Durchführung der Reservierung. Na gut, dann halt nicht. In den diversen Zeitungskolumnen wird eh meistens berichtet, dass die Sitzplatzreservierung nicht funktioniert und ich werde schon ein Platzerl finden. So hatte ich also endlich mein Ticket und konnte meine Reise in ausschließlich "vorwärtsstrebender" Richtung (O-Ton Ticket) antreten. Vorwärtsstrebend ist gut, das leitet zwingend wieder zum Laufbericht - welcher dieser ja werden soll - über. Auch den Lauf werde ich vorwärtsstrebend angehen.

Wenigstens war der Zug pünktlich, ich am richtigen Gleis und auch ein Sitzplatz war bald gefunden. Mittlerweile fand ich die Idee des Schlafentzugs nicht mehr ganz so toll, da ich ohnehin schon die ganze Woche über recht müde war. Also ein wenig Schlaf im Zug täte schon gut. Im Abteil sah's positiv dafür aus, da auch mein Mitreisender schon sein Schlaflager aufgeschlagen hatte. Leider war der Waggon schon ein etwas älteres Baujahr, verstellbare Kopfstützen oder ähnliches gab es nicht, aber wenigstens war Dösen halbwegs möglich. So ging es ruhig dahin bis wir um 2h morgens Linz erreichten. Hier stiegen dann doch ziemlich viele Mitreisende ein und somit war auch unser Abteil dann voll und mit der Beinfreiheit und Hochlagerung war's vorbei. Wenigstens wollten die anderen auch Schlafen. Was gar nicht so einfach war, da in Linz auch junges Partyvolk zugestiegen war, die sich recht laut drüber wunderten, wie denn um 2h15 jemand an schlafen denken kann. Hm, war eh nicht mehr dran zu denken :D. So nutzte ich dann den Rest der Fahrt bis nach Salzburg zum Streckenstudium (Höhenprofil, Labestellen) - kann auch nicht schaden. Um 3h26 dann pünktlich Ankunft in Salzburg und durch eine menschenleere Stadt vorbei am Schloss Mirabell, Dreifaltigkeitskirche und Mozartwohnhaus zur Salzach. Hier fand gerade Schichtwechsel statt: gut hydrierte Ultrafeierer beendeten ihr Nachtwerk um an die Ultraläufer zu übergeben. So stand ich dann also knapp nach 3h45 am Mozartplatz bei der Startnummernabholung und sorgte für etwas Verwunderung, warum ich denn für den 54km-Lauf mit Start um 8h jetzt schon da bin. Also erklärte ich halt kurz: "Anreise aus Wien mit Nachtzug, usw.". Die Organisation war da doch beeindruckt davon, dass man sich das extra für ihren Lauf antut. Fein, dass ich mit der - mittlerweile empfand ich es nämlich so - Schnapsidee jemandem eine Freude bereiten konnte.

Obwohl die Startnummernausgabe gerade erst im Aufbau begriffen war (offizielle Eröffnung erst um 4h) und ich ohnehin auch meinte, ruhig noch warten zu können - hab ja nix Anderes vor in der nächsten Zeit :D - , bekam ich trotzdem  gleich meine Startnummer. Danach suchte ich mir eine nette Bank und sah - wie schreiben das die Reiseführer immer - dem fröhlichen Treiben beim Aufbau des Start-/Zielgeländes zu. Auch den aufkommenden Hunger bekämpfte ich erfolgreich.

Nach und nach kamen die Läufer für den bereits um 5h startenden 100km-Lauf. Darunter auch - wie ich dann an der Ergebnisliste sah - einige mir Bekannte. Aber außer Ernst entdeckte ich niemanden und vice versa. Naja, um diese Zeit ist halt jeder mit anderem beschäftigt und dunkel war's auch. Pünktlich zum Start um 5h begann dann auch leichter Nieselregen und es wurde etwas kühler. So beklatschte ich noch die 100km-Starter und verzog mich dann ins Wettkampfbüro.

Sehr fürsorglich wurde ich gefragt, ob ich mich denn nicht ein wenig hinlegen möchte, es würde niemanden stören. Nein, nein, geht schon so. Wenige Minuten später (schon etwas eindringlicher): Du kannst Dich wirklich hinlegen, macht nix. Na gut, dann tu ich halt ;-) ... so gab's dann einen 30-minütigen Powernap und knapp vor 6h wechselte ich in den normalen Tagesrhythmus - ich hatte ja schon fast zwei Stunden nichts gegessen, also gut das es schon Zeit fürs Frühstück war :D. Dann langsam umziehen und Wetter testen. Es war ordentlich bewölkt, die Wolken teilweise auch dunkel, es sah eigentlich nach einem sehr verregneten Vormittag aus und kühl wirkte es auch. Beim Einlaufen mit Laufjacke und Kappe gar kein gutes Gefühl: sehr schwül, leichtes Kopfweh (hm, netto ca. 2h Schlaf ist halt nicht ganz optimal), Beine wie Blei, ich glühte vor Hitze. Das kann ja heiter werden, aber wenigstens gegen die Hitze gab es Abhilfe. Weg mit der Jacke und der Kappe. Ahhhh, schon besser. Noch ein wenig Dehnen ... und posieren für ein Foto von mir beim Dehnen (ich hoffe, das wird nie veröffentlicht :D).

Und dann hatte das Warten ein Ende, um 8h ging's los. Aufgrund der bleiernen Beine beim Einlaufen schön gemächlich die Salzach entlang, mit den Mitläufern ein wenig plaudern und locker in den Lauf reinkommen. Strategie war ohnehin klar: ein letzter längerer Trainingslauf, nie an die Grenzen gehen, unverletzt und locker ins Ziel kommen. Vielleicht am Ende etwas flotter, aber auch hier nie aus dem Wohlfühlbereich raus.

Die ersten 5km ging es zunächst flach am Radweg die Salzach entlang zur Glasenbach-Klamm. Die Beine wurden langsam munter. Die Magie der Startmatte hatte wieder einmal belebend gewirkt. Bei der Glasenbach-Klamm begann dann der Anstieg, welcher uns über die nächsten 6km und 350Hm bevorstand. Auch danach ging es im Wesentlichen recht hügelig bis fast km25 dahin. Ich beschloss, Kräfte zu sparen und setzte mich vom Feld nach hinten ab. Leider war der Weg teilweise von den Unwettern der letzten Tage stark ausgeschwemmt, sodass man doch schauen musste, wo man hintrat. Also nicht ganz ideal für Landschaft genießen. Und für mich als heuer ausschließlich Flachland-Asphalt-Ultralaufschlapfer sowieso eine weitere Herausforderung. Aber immer schön langsam weiter, jeder Meter bringt mich dem Ziel näher. Die Strecke war vom Untergrund sehr abwechslungsreich, permanent wechselten sich Straße, Schotterweg, Waldsteig und teilweise tiefe, versumpfte Wiesen ab.

Und auch Konzentration war angesagt: die Strecke war nämlich ausreichend aber nicht übermäßig markiert. Hinzu kam, dass sich das Feld recht bald zersplitterte. Ich war so die meisten der 54km recht einsam unterwegs - niemand vor mir zu sehen, ab und zu kam mal eine schnelle Staffel von hinten. Alle Straßenquerungen waren aber hervorragend entweder durch Streckenposten oder Polizei abgesichert, sodass die Läufer bestens geschützt waren.

Eine Freude waren auch die Laben: hier gab's alles was mein Ultralaufherz glücklich machte: Iso, Riegeln, Bananen, Kuchen, Wasser, Cola, Tomaten, Orangen, Äpfel, ... und ich hatte ohnehin schon wieder Hunger. Also im Sinne des Wohlfühlfaktors: tun wir was dagegen ;-). Einziger Wermutstropfen: die Laben waren mit teilweise 6-8km doch etwas weiter auseinander, aber das war im Vorfeld bekannt, also ordentlich bunkern an der Labe.

So ging es dahin, die Strecke war zwar nett, aber irgendwie fehlten mir die spektulären Ausblicke. Dafür lief man meist im Schatten. Nach 24 Kilometern war der Fuschlsee erreicht. Die 100km-Läufer zweigten hier auf ihrer ersten Runde Richtung Norden ab, die 54km-Läufer liefen gleich die zweite Runde des 100ers und durften somit gleich den Fuschlsee umrunden. Am Ufer entlang ein ständiges leichtes Bergauf, bergab. Ich trabte so vor mich hin, als plötzlich von hinten mit gewaltigem Tempo ein Läufer kam. Ich dachte mir, ah, schnelle Staffel, erkannte aber an der Startnummer, das war ein Einzelläufer. Am Gesicht dann: Markus Kröll, einer der Favoriten. Hm, was macht denn der *hinter* mir? Viel Zeit für Fragen hatte ich aber nicht, außerdem wollte *er* wissen, wieviele denn noch vor mir wären. Keine wirkliche Ahnung, ich hab ja schon kilometerlang niemanden mehr gesehen. Aber nachdem ich niemanden überholt hatte, auch mich niemand, müsste es etwa die gleiche Anzahl wie knapp nach dem Start sein - also so um die 10? Das erfreute Markus jetzt scheinbar wenig und er glühte weiter. Im Ziel lag er dann schließlich nur 8 Minuten vor mir. Irgendwas muss da grob schief gelaufen sein bei ihm, dass er bei der Streckenhälfte hinter mir ist und dann auf der zweiten Hälfte auch nur 8 Minuten rausholt. Ich vermute, er ist ein Opfer der Streckenmarkierung geworden, die bei High-Speed doch teilweise leicht zu übersehen war.

Bald danach erreichte ich die Labe am Fuschlsee, die Hälfte war geschafft, jetzt geht's heim. Am Rückweg den Fuschlsee entlang hörte ich von Zuschauern (derer es eher wenige gab), dass ein mich gerade überholender Staffelläufer und ich Nummer 12 und 13 wären. Hm, ja, das passt mit meiner Einschätzung ganz gut zusammen. Knapp vorm Salzburgring näherte ich mich einem Staffelläufer, den ich schon längere Zeit bei den Blicken von den Hügelkuppen vor mir aufblitzen gesehen hatte. Sein Glück, denn er verpasste eine Abzweigung und war schon einige Höhenmeter tiefer als ich ihm von hinten rufe, wo die Abzweigung sei.

Der Lauf näherte sich nun dem Ende, Zeit zu schauen, ob ich noch ein klein wenig an Tempo zulegen kann. Ja, geht noch. Nix übertreiben, aber flotteres Laufgefühl genießen. Nach etwa 48km überhole ich einen weiteren Einzelläufer, der schon ziemlich gezeichnet wirkt, höre aber bei der Labe nur wenig später sehr hochfrequente, schnelle Schritte hinter mir. Ist er wieder zu Kräften gekommen? Nein, es ist mit Karin Russ - der Siegerin des heurigen Rennsteiglaufs - eine Staffelläuferin. Ich feuere sie kurz an, gratuliere ihr zum Sieg am Rennsteig und schaue, wo sie so vor mir läuft. Das erspart mir bei der nun zu durchlaufenden Wiese einige (Höhen-)Meter, denn durch die leichte Kuppe sieht man erst zu spät, dass man nicht den Waldrand entlang muss, sondern einige Höhenmeter sparend quer über die Wiese laufen soll. Danach setzt sich Karin aber rasch ab. Es geht auch wieder durch den Wald, wo die Steige wieder sehr rutschig sind und ich daher extrem vorsichtig bin. Nur nicht jetzt - so knapp vorm Ziel und bisher locker und unverletzt - noch was riskieren. Schließlich sind es nur mehr zwei Wochen bis zum Saisonhöhepunkt. Dann raus aus dem Wald, Salzburg schimmert schon zwischen den Bäumen hervor. Die Ausläufer der Stadt sind erreicht. Jetzt wird es mit der Orientierung endgültig schwerer, da ich von Salzburg ja so gar keine Ahnung habe (die Marathonstrecke verläuft ganz woanders). Es geht links, rechts dahin. Teilweise sind die Streckenpfeile von Autos verdeckt, auch die Bänder und Fähnchen die sonst die Strecke markiert haben sind entweder spärlich verwendet oder abmontiert worden. Jedenfalls gibt's immer wieder für beunruhigend längere Zeit keine Markierung. Aber immer knapp bevor ich beschließe umzudrehen um die Strecke zu suchen, taucht dann doch eine Markierung auf. Auch die Straßenquerungen sind nicht mehr so leicht. Schließlich sind wir in der Stadt drinnen, Absperrungen gibt es nicht, man läuft einfach so am Gehsteig dahin.

Plötzlich bin ich in der Innenstadt bei der Fußgängerzone. Aha, wo jetzt weiter? Ich sehe gerade noch einen Pfeil der mich nach links schickt. Gut, also mal ab durch die Fußgängerzone. Eisschleckende Touristen fragen mich, wieviele Kilometer ich denn schon gelaufen bin. Ansonsten gibt's in der Fußgängerzone keine Absperrungen, keine Ordner, nichts. Ich laufe also Slalom durch japanische Touristen, Radfahrer und Samstagseinkäufer und komme mir gatschig, verschwitzt und mit meiner Startnummer irgendwie sehr deplatziert vor. Die ganze Situation hat was Skuriles. Markierungen sehe ich keine. Auch das Slalomlaufen kommt mir nicht ganz im Sinne des Veranstalters vor. Hoffentlich habe ich keine Abzweigung übersehen. Andererseits zeigt mir das GPS, dass ohnehin schon fast 54km zurückgelegt sind, d.h. große Schnörkel kann es eigentlich nicht mehr geben, sondern es sollte Diretissima ins Ziel gehen. Dann die Befreiung: ich sehe auf einem Ständer einen großen Pfeil, der mich wieder zum Linksabbiegen auffordert. Na geh, das kann jetzt aber nicht sein: noch einmal bergauf über Kopfsteinpflaster. Dafür steht dort aber auch ein Streckenposten, bei dem ich mich gleich mal über die Höhenmeter beschwere ;-) ... aber es geht als Belohnung eh gleich wieder über Stufen und einen kleinen Durchgang hinunter zum Kai und zur Salzach. Polizisten sperren extra den Kai für mich, ich kann auf der Ideallinie (ganz wichtig beim Ultra! ;-) queren und sehe auch schon den Mozartsteg vor mir. Jetzt kenn ich mich wieder aus - also nur mehr über den Steg drüber und ab ins Ziel.

Nach 5:23:19 überquere ich ohne großen Jubel die Ziellinie, freue mich aber sehr, dass der Schritt nach 54km und 1000 Höhenmetern immer noch locker ist, der Lauf hinsichtlich Irdning keine gröberen Spuren hinterlassen haben sollte und esse endlich ein Stück Kuchen. Das habe ich nämlich an all den Laben vorher sicherheitshalber ausgelassen. Während ich so schaue, wer denn als nächster nach mir ins Ziel kommt, läuft plötzlich Karin ein. Wie geht denn das? Ich hab sie nicht überholt, sie war doch schon einiges vor mir gewesen? Auf meinen sehr fragenden und erstaunten Blick bekomm ich gleich die Info: sie hat in der Altstadt noch ein paar Extrarunden gedreht bis sie wieder auf die Strecke zurückgefunden hat. Offenbar nicht das einzige Markierungsopfer.

Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich auch gut in der Zeit liege, den nächstmöglichen Zug nach Wien zu erreichen. Ein zweiter Blick ins Internet verrät mir aber auch, dass ich überraschenderweise Gesamt-Fünfter und Altersklassen-Dritter geworden bin. Hm, die Siegerehrung ist aber erst um 19h. Da komme ich dann heute nicht mehr nach Wien zurück. Also schildere ich mein Dilemma der Organisation und frage, ob ich vielleicht Pokal oder was es halt gibt, ausnahmsweise doch jetzt schon haben könnte. Ja klar. Sie haben vollstes Verständnis, bedanken sich auch noch einmal, dass ich mit der Nachtzuganreise extra nur für ihren Lauf gekommen bin und mir das angetan habe. Mir tut's natürlich leid, nicht das Podium am Abend komplettieren zu können, aber es geht halt leider wirklich nicht.

So mache ich mich also mit meiner Medaille in der Hand auf zurück zum Bahnhof und Richtung Wien.

Fazit 1: die Strecke ist schön, aber nicht so ganz meins. Die Anstiege sind zu flach, um beim Gehen nicht viel Zeit zu verlieren, aber steil genug, dass man ordentlich Kraft lässt. Bergab ist's dafür meist etwas zu steil, um es locker rollen zu lassen. Und richtig speedige Flachstücke für mich Straßentier heuer gibt's überhaupt wenige - eigentlich nur am Anfang und am Ende. Landschaftlich fand ich es jetzt nicht so beeindruckend bzw. verbinde ich mit Panoramalauf halt eher richtige Bergwelt und alpine Gegend. Aber dafür ist die Strecke nicht so sehr der Hitze ausgesetzt und meist schattig. Einen 100er auf der Strecke kann ich persönlich mir aber nur schwer vorstellen, weil die Runde jetzt nicht so spannend ist. Außerdem finde ich ja: wenn schon 100km, dann flach und auf Rundenbasis oder halt als richtiger Lauf ohne Streckenwiederholung wie z.B. Biel, UTMB, o.ä. Aber die 54km-Variante passt schon und ist für alle, die statt 2x die Runde um den Lainzer Tiergarten etwas Vergleichbares auf einer Runde machen wollen schon eine Reise wert. Und mit dem Zug funktioniert der Ausflug ja auch sehr effizient, man erspart sich sogar die Übernachtungskosten ;). Ob sich der Lauf aber wirklich etablieren wird, bin ich mir nicht ganz sicher. Die Organisation ist zwar sehr gut, es ist alles da, was man bei einem Ultralauf braucht (Duschsituation weiß ich nicht, weil ich wollte Platz im Zug bei der Rückfahrt haben ;-), aber irgendwie fehlt für mich das gewisse "Etwas" - sei es ein Streckenelement wie z.B. die Ötschergräben, die Öffnung von irgendwas, wo man sonst nicht reinkommt oder nicht laufen darf, prickelnde Stimmungspunkte oder (neben der sowieso tollen Strecke) die Begeisterung der mithelfenden Bevölkerung beim Veitsch-Grenzstaffellauf. Der Lauf wirkt - trotz der sehr liebevollen Behandlung des "Bahnreisenden" - noch etwas steril auf mich.

Fazit 2: auch für alle Wienbesucher ist hiermit bewiesen: es ist möglich von Wien aus innerhalb von 20 Stunden Schloss Mirabell, Dreifaltigskirche, Mozartwohnhaus, Mozartplatz, Glasenbachklamm, Schloss Fuschl, Fuschl am See, Salzburgring und das Zentrum-im-Berg (fürs Shopping) zu besuchen. Mit der Nachtanreise hat man auch den Vorteil Schloss Mirabell ungestört für sich allein zu haben.

Damit wäre jetzt das Training für Irdning beendet. Die nächsten zwei Wochen heißt es Erholen für Irdning, die härteste Einheit, die am Programm steht, lautet "Verzichte die nächsten zwei Wochen auf Süßes". Hm, werden wohl doch zwei ausgesprochen harte Wochen für mich :D.

Ansonsten freue ich mich sehr, dass die Spendenaktion für Irdning gut angelaufen ist. Herzlichen Dank an dieser Stelle allen Spendenwilligen! Ich finde Euren Einsatz ganz toll!

Wer noch nicht weiß, worum es bei der Spendenaktion geht: hier gibt's alle Infos: http://martin24h.awardspace.biz

Über die eine oder andere weitere Unterstützung für den guten Zweck würde ich mich sehr freuen und das würde mir noch weitere Motivation für viele, viele Kilometer in Irdning geben!

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