Montag, 27. Februar 2017

Trainingsurlaub in Andalusien

Erstmals seit 2013 ging es nun im Winter wieder einmal ins Warme auf Urlaub und zum Training - das spanische Festland sollte es sein mit abwechslungsreichen und verkehrsarmen Laufstrecken sowie am Meer gelegen. Eine halbwegs passable Flugverbindung sollte es dann auch noch geben und ein auch in der Nebensaison Februar geöffnetes Hotel mit guten Besucherbewertungen. Wenn man nach diesen Kriterien die Küste zwischen Cadiz und Valencia absucht, den "Kennen-wir-schon"-Bonus auch noch berücksichtigt, dann landet man in unserem Fall doch wieder wie schon 2013 in der Hotelanlagensiedlung Novo Sancti Petri, südlich von Jerez de la Frontera.

So kamen wir also am Mittwoch, 15.2., via Direktflug Wien-Malaga und anschließender Autofahrt abends in Novo Sancti Petri und unserem Hotel Hipotels Barrosa Park an. Vor dem Abendessen ging sich dann noch eine kurze Resortrunde aus. Aufgrund der im Vergleich zu Wien angenehmen Temperaturen natürlich in kurz/kurz - ganz im Gegensatz zu den laufenden Spaniern: die waren in Wintertight, Haube, Handschuhe und Jacke eingepackt. Erste Einheit (mehr Details auf Strava): kurz/kurz ist soooooo fein, 6.36km, 29:23, 4:37min/km.

Donnerstag dann die erste richtige Trainingseinheit. Der Fokus des Urlaubs sollte zwar auf einem Ausdauerblock liegen, aber bis dieser am Sonntag so richtig startet, wollte ich die Wärme nutzen, um auch wieder ein bisschen Tempo in meine Beine zu bekommen. Dank der Radiusköpfcheneinstauchung lagen die letzten schnelleren Kilometer ja schon ein paar Wochen zurück (genauer gesagt der Wiener Silvesterlauf). So war dann das Fahrtspiel mit 1-2-3-2-1 Kilometern im Wechsel mit 3 Minuten "gemütlich" vom Zieltempo her ein schwieriges Unterfangen. Prinzipiell 10er-Tempo, also im Normalfall so knapp unter 4:00min/km. Nur: ist das wirklich mein momentanes 10er-Tempo? Und: wer schon mal in Novo Sancti Petri war, der weiß: richtig brettleben (im Vergleich zur Prater Hauptallee) ist hier nix und ein "bisschen" Wind weht auch immer. Also halt nach Gefühl laufen, hart, aber nicht zu hart. Rausgekommen ist dann 4:02 bei Gegenwind, 4:09, 4:12 bei Gegenwind, 4:02, 4:07, 4:24 (bei 1.5km Rückenwind, 1.5km Gegenwind), 4:06, 4:01 bei Rückenwind, 4:13 Rückenwind aber schon etwas betoniert und gefühlt leicht bergauf. Verewigt als bewegte Bilder in diesem First-Person-Running-Video. Der Akku hielt leider nicht so lange durch wie ich und der YouTube-Bildentwackler sorgt teilweise für seltsame Effekte, aber ohne Entwacklung würde dem Betrachter ziemlich übel beim Anschauen :-) . Für ein bisschen Vermittlung des Lauffeelings sollte die Qualität aber genügen und wenn mir jemand eine GoPro sponsern möchte ... ich sag' nicht nein. Gesamt: 19.18km, 1h29.14, 4:39min/km.



hinter mir der Hafen von Roche
und Blick auf Conil
Freitag dann ein gemütlicher Tag, mein Trinkhüftgurt Source Hipster wollte für den kommenden Ausdauerblock getestet werden. Nachdem ich mit Trinkrucksäcken und meiner Schulterpartie nicht so recht klar komme, schien mir das Konzept eines Trinkhüftgurts mit horizontaler Trinkblase einen Versuch wert. Zur Stabilisierung ein leichtes Schultergeschirr, aber das Hauptgewicht auf der Hüfte. Nun ja, mit 1,5 Liter Wasser und den dünnen Schulterriemchen kam ich überhaupt nicht klar. Die Schultern verkrampften binnen weniger Kilometer und ohne Geschirr wackelte der Hüftgurt ziemlich herum. Also Wasser aus der Trinkblase ablassen und mit nur mehr knapp 1 Liter ging es dann auch ohne Schultergeschirr, dass der Trinkgurt fest saß.
Das war dann bis auf das bisschen Zusatzgewicht auf der Hüfte im Oberkörper wieder ein ganz normales Laufgefühl. Hipster: wir könnten wohl in den nächsten Tagen Freunde werden, nur dünner werden darf ich nicht mehr, da die Schnalle nicht mehr viel enger stellbar ist :-). Aber da wirken Frühstücks- und Abendbüffet im Hotel ohnehin entgegen. Gesamt: 17.82km, 1h29.36, 5:02min/km.

Samstag dann noch als kleine Vorermüdung vor dem Ausdauerblock ein 10km Schwellentempolauf. Glücklicherweise wieder mit First-Person-Running-Video (inkl. Weg durchs Hotel), da sich meine Garmin Forerunner 920XT weigerte, diese Einheit zu übertragen und dann überhaupt kommentarlos löschte. Also so peinlich waren die km-Splits jetzt auch wieder nicht :-) Im Video hört man (abgesehen von meinem Keuchen) schön das Piepsen je Kilometer womit sich die 10km "Schwelle" in 42:10 ergeben (Einlaufen 4:59, 4:43, 4:40, dann 4:20, 4:18, 4:18, 4:16, 4:13, 4:13, 4:16, 4:02, 4:08, 4:06 - auslaufen dann nicht mehr komplett am Video). Gesamt (aus der Notiz direkt nach dem Lauf, diesmal keine Strecke auf Strava, aber es war vom Hotel zum Hafen von Sancti Petri und retour und dann noch Auslaufen in Novo Sancti Petri): 17.25km, 1h17.50, 4:30min/km.



Damit war die erste Vorbereitung abgeschlossen und ich begann mich auf den Ausdauerblock mental einzustimmen. Dazu hatte ich eine wunderbare Veranstaltung entdeckt: den "Estrella de Andalucía". Ein fünftägiger Etappenlauf, immer startend in einem 5km-Umkreis rund um unser Hotel (daher die Bezeichnung des Sternlaufs), mit 5 ca. je 50km langen Etappen. Leider hielt sich der Veranstalter mit Werbung zu seinem Lauf sehr zurück, sodass ich der einzige Teilnehmer blieb ;-).

Selfie nach Tag 1
Sonntags ging es los mit einer Etappe mehr oder weniger immer in Hotelnähe bleibend. Inspiriert von Valentin Pfeil (der brannte seinen Gummi deutlich schneller auf den Asphalt bzw. in die Sandstraßen) ging es vom Hotel im Nieselregen nach Roche, dann ein wenig ins Hinterland zur N340, von dort wieder zurück, durch ein hübsches Pinienwäldchen, zum Hotel (Wasserstelle), weiter zum alten Hafen von Sancti Petri, wieder zum Hotel (Wasserstelle) und noch einmal über Roche hinaus zum bereits bekannten Leuchtturm von Roche und auf selbigem Weg wieder retour zum Hotel. Auf den letzten Kilometern öffnete der Himmel dann so richtig fein seine Schleusen und zum Wind kam auch noch Regen. Aber gut, Regen bei ca. 14°C ist erträglich, wenn auch nicht super angenehm. Aber die erste Etappe mit 51.73km (5h01.29, 5:50min/km) war eingefahren. Dank der Nahrungsaufnahme der ersten drei Urlaubstage lief diese Etappe mittels voller Speicher ausschließlich mit Wasserversorgung, aber ohne sonstige Nährstoffe.

Blick auf San Fernando und
8km weiter im Hintergrund der
Wendepunkt am Strand
Montags dann Tag 2 des "Estrella de Andalucía". Heute führte die Strecke vom Hotel via Chiclana de la Frontera und entlang des Naturschutzgebietes Parque Natural Bahía de Cadíz mit unter anderem uralten Salinen aus der Phönizierzeit nach San Fernando (im Volksmund auch "Schlafdorf" von Cadíz genannt) und zur Playa de Camposoto. Eine hübsch abwechslungsreiche Strecke mit belebter Stadt, menschenleerem Naturschutzgebiet, wieder belebter Stadt (verschlafen wirkt San Fernando nicht) und wieder ruhigem Strandgebiet.
es fährt kein Zug nach nirgendwo
Von Chiclana nach San Fernando ist die Orientierung auch einfach: immer nur dem Sandradweg neben der Straßenbahnverbindung zwischen Chiclana und San Fernando folgen. Auf den Schienen laufen wäre zwar unbequem, aber theoretisch möglich: die Bahnverbindung rostet seit mehreren Jahren vor sich hin und wurde bisher nicht in Betrieb genommen. Einer der Gründe: San Fernando und Chiclana konnten sich (verkürzt dargestellt) bisher nicht einigen, auf wessen Gemeindegebiet das E-Werk zur Stromversorgung der Bahnverbindung errichtet werden soll. Aber proper ist die Schienentrasse schon :-), in San Fernando sogar zwischen den Gleisen mit künstlicher Wiese dekoriert.

Wendepunkt-Selfie
Bergwertung in
Chiclana
Nun ja, am Strand ein Wendepunkt-Selfie und wieder retour. Bei einem hübschen kleinen Spielplatz mit Trinkbrunnen am Rande von San Fernando gab's dann eine Verpflegungspause. Am Rückweg einige Fotos, wobei es ob des Windes nicht ganz einfach war, diese halbwegs wackelfrei hin zu bekommen. Und noch unangenehmer waren dann die Kilometer zwischen San Fernando und Chiclana mit heftigem Gegen- und Seitenwind zu absolvieren. Aber der Wind ist ja bekanntlich unser Freund und bester Trainingspartner - also danke Bro'!

Selfie nach Tag 2 und vorm Pool
Am Rande von Chiclana mäanderte ich dann wie schon am Hinweg in einer Siedlung ein wenig herum, da immer wieder eigentlich vorhandene Straßendurchfahrten einfach von einem Anwesen zugemauert waren. So ergibt sich ein schönes Labyrinth, aber mit einigen hilfsbereiten Anrainern (ich: "Salida???" - lange spanische Antwort, das Richtungshandzeichen verstand ich letztendlich) fand ich dann doch den Ausgang. Heute endete die Etappe nach 52.18km (5h10.56, 5:58min/km) ohne Regen und mit einer Erfrischung für die Beine im unbeheizten Außenpool. 

im Pinienwald
Tag 3 startete am Dienstag von Roche aus, führte über ein nettes Pinienwäldchen Richtung Conil, dann zur Strandpromenade von Conil, weiter entlang zum und am Strand von El Palmar und dann via Zahora zum Cabo Trafalgar (ja, das Kap mit der Seeschlacht von Nelson gegen die französisch-spanische Flotte, einem überwältigenden Sieg der Briten und daher der Benennung des Trafalgar-Squares in London samt Statue von Nelson, der die Schlacht ja nicht überlebte).
der Wind macht mich fertig

Hört sich leichter an als es war, denn mein Trainingspartner "Wind" zeigte heute alles, was er drauf hatte. Und so war im Gegenwind teilweise nur Gehen möglich, da es so stark wehte, dass man in der Flugphase des Laufens einen Teil des Raumgewinns wieder einbüßte. So sank auch der Kilometerschnitt heute doch deutlich.

Am Cabo Trafalgar ging es dann durch Sandverwehungen (inklusive Sandpeeling bis zu den Hüften dank des heftigen Sturms). Aber ich erreichte den Leuchtturm und den Etappenwendepunkt.

Wendepunkt-Selfie
Zurück war jetzt aber Freude angesagt: mein Trainingspartner Wind hatte nicht gedreht und so schob er nun doch immer wieder ordentlich an. So waren dann ohne Mehraufwand plötzlich statt windberuhigten knapp über 6:00min/km auch 5:20 bis 5:30min/km drinnen. Bei Seitenwind brachte das leider dann nicht so viel, sondern führte eher nur zu einer netten Schräglage.

Blick auf Conil
Selfie nach Tag 3
Aber ich genoss die Etappe bei Sonnenschein und netten Motiven. Aber Kraft hatte der Gegenwind doch ordentlich gekostet, sodass die Steigungen in und um Conil (dürfte auch auf 7 Hügeln errichtet worden sein) zur Qual wurden. Aber ich erreichte das Ziel in Roche, musste jedoch noch eine kleine Schleife anhängen, da die Etappe sonst keine 50km aufgewiesen hätte - da hat sich der Veranstalter ein bisschen vermessen.

Naja, kein Problem, schauen wir uns halt noch ein bisschen was von Roche an. Daten der Etappe: 50.22km, 5h23.41, 6:27min/km.

Selfie nach Tag 4
Tag 4: nach dem Wind von gestern hatte sich der Veranstalter für heute eine Überraschung einfallen lassen. Die Etappe wurde auf 30km verkürzt, dafür gab's auch nur Wasserverpflegung und zwecks Wiederbelebung der Beine vom Ultraschlapfgemütlichwackelschritt in 6:00min/km wurde ein Tempo von jedenfalls unter 5:30min/km gefordert um nicht aus der Gesamtwertung zu fallen. Also hieß es sich ranhalten. Der Tag heute sollte eigentlich nur gering windig sein - haha, da hat der verantwortliche Meteorologe wohl besonders lustig sein wollen. Also ganz so schlimm wie an Tag 3 war es nicht, aber immer noch ordentlich windig.
Aber hilft nix, Gas geben war angesagt. Die ersten 8.5km bis zum Leuchtturm von Roche mit Gegenwind, dann dafür retour bis zum Hafen von Sancti Petri mit Rückenwind, um nach 24km für die letzten 6km wieder voll in den Wind zu drehen - man ist ja eh noch nicht müde. Charakterbildend :-). Aber jedenfalls das Zeitlimit von 5:30min/km konnte ich klar einhalten und die Etappe nach 30.34km (2h29.11; 4:55min/km) erfolgreich beenden. Streckenmäßig jetzt nicht so toll heute, weil schon bekannte Wege, aber nach den ersten drei Tagen Wackeln fühlte sich das heutige Tempo fast wie Fliegen (und zwar ohne Sturz!) an.

Tag 5: Grande Finale des Estrella de Andalucia mit der Königsetappe ins malerisch gelegene weiße Dorf Medina Sidonia. Start der heutigen Etappe war in Chiclana de la Frontera. Leider verzählte ich mich bei der Anreise bei den Kreisverkehren (es gibt hier noch mehr als in Niederösterreich), sodass gleich mal vom Parkplatz weg je ein Extrakilometer zu Beginn und dann, weil Wendestrecke natürlich auch am Ende, anfielen. Aber macht nix, ein Kilometer mehr zum Rundwerden beim Laufen bevor es zur Stadtquerung von Chiclana den Hügel hinauf lief und auf der anderen Seite gleich wieder steil bergab. Am Stadtrand ging es dann durch einige Siedlungen mit jeder Menge Wachhunden. Prinzipiell habe ich ja kein Problem mit oder Angst vor Hunden, aber diese hier schienen an Läufer gar nicht gewöhnt und recht aggressiv - vor allem auch gleich je Gehöft mindestens 2 bis 3. Zwar die meisten auch hinter der Hofumzäunung, aber dies war teilweise erst nahe beim Haus erkennbar und ob da wirklich nirgends ein Loch wäre? Einige waren auch vorm Tor. Um die Tiere nicht noch weiter nervös zu machen, stellte ich daher auf Wandern um und marschierte langsam vorbei. Das nervte ziemlich, da so natürlich nix weiterging mit den zu absolvierenden Kilometern.

Nach 10 Kilometern war ich dann aber endlich in der Einöde angelangt und konnte das ruhige Dahinlaufen genießen. Es ging jetzt durch den Complejo Endorreico de Chiclana, ein Natur- und Vogelschutzgebiet mit landwirtschaftlichen Flächen an den Ausläufern. Sehr idyllisch, getrübt allerdings durch einsetzenden Regen. Dieser hielt sich nicht an den Wetterbericht, der den Regen eigentlich erst für 3 Stunden später angekündigt hatte und auch nur leichten Regen, für allerdings wiederum drei Stunden. Der Regen hatte es sich aber offensichtlich anders überlegt und verteilte seine Gesamtregenmenge über nur 1,5 Stunden, dafür aber dann eben deutlich mehr je Stunde. So wurde ich ziemlich durchnässt - leichtsinnigerweise hatte ich die ohnehin leichte Regenjacke zwecks Gewichtsersparnis nicht mitgenommen, weil es würde ja eh nicht so stark regnen :-O. Mittlerweile wurde der Sandweg auch durch den Regen tiefer und es bildeten sich ordentlich tiefe Lacken. Aber umkehren wäre jetzt auch sinnlos gewesen, weil die Distanz nach Medina Sidonia war schon kürzer als retour nach Chiclana - und zur Not suche ich mir in Medina dann einen Bus für die Heimfahrt. Durch eine Kuhherde durfte ich dann auch noch durch, wieder wandernd. Und mir war jetzt schon einigermaßen kalt. Beim Laufen hielt ich mich trotz Durchnässung warm, aber Gehen war echt unangenehm. Aber gut, die Herde war auch bald hinter mir, also weiter.

Medina Sidonia
Die Landschaft links und rechts von mir war sicherlich schön, ob des Regens erblickte ich aber meist nur die 10 Meter Weg vor mir. Knapp vor Medina Sidonia ließ der Regen dann aber nach und hörte dann sogar ganz auf. So war mir immerhin ein schöner Anblick auf das weiße Dorf vergönnt. Das Foto habe ich aber ob der klammen Finger erst am Retourweg gemacht ;-). Jetzt stand noch die Bergwertung den Hügel hinauf am Programm.

Wendepunkt-Selfie
die Begeisterung ist
grenzenlos :-)

Nachdem sich durch den tiefen Sandweg gepaart mit der Belastung der letzten Tage sowie - wegen Müdigkeit - fehlender Muskelhygiene in Form von Dehnen, seit einigen Kilometern auch die rechte Achillessehne bemerkbar gemacht hatte, übertrieb ich es bergauf nicht und marschierte. Entgegen kam mir, dass der Veranstalter dann aufgrund der tiefen Sandwege den Rückweg auf Asphalt und die A390 verlegte. Eher wenig idyllisch, eine Bundesstraße retour zu laufen, aber diese Straßen sind alle recht wenig befahren, sehr breit und verfügen über einen ca. 1,5 Meter breiten Pannen-/Radstreifen. Auf dem lässt es sich dann auch sehr bequem und sicher laufen. Dazu sind auch die Autofahrer sehr rücksichtsvoll und weichen noch zusätzlich zur Straßenmitte hin aus. So konnte ich dann am Rückweg auch ein wenig die Gegend genießen.

die Windräder ... stehen still!
Denn nicht nur der Regen war vorbei, sondern - wer erkennt es an der nebenstehenden Bilder-Serie? Richtig: das bewegte Element sind vorbeifahrende Autos, aber die Windräder stehen still - es war heute WINDSTILL! Herrlich. So wackelte ich vor mich hin, zurück nach Chiclana de la Frontera. Zunächst in Sorge, dass der Veranstalter sich wieder vermessen hätte und aufgrund der Verlegung des Rückwegs auf die A390 keine 50km zustande kämen. Aber nachdem Kilometer 0 der A390 letztlich zwei Kilometer vor Chiclana war (wobei sich übrigens alle Kilometertafeln aber auf diesen Kilometer 0 bezogen ;-), war auch das letztlich kein Problem.

Baseball-Stadion
Vorbei am hispanisierten Baseball-Stadion ;-) ging es in Chiclana dann noch zum höchsten Punkt der Stadt hinauf, der Ermita de Santa Ana, die knapp nach 50 Kilometern erreicht war.

Quasi die emotionale Zielankunft des Estrella de Andalucia mit einem herrlichen Blick über das Umland. San Fernando, Medina Sidonia waren zu sehen. Also ein schöner Teil der Kilometer der letzten 5 Tage. Doch zum Rücktransport waren es noch ein paar (Kilo-)Meter. Aber die waren leicht, weil überwiegend den Hügel bergab. Nach 53.39km war dann auch die letzte & längste Etappe nach 5h40.14 (6:22min/km) geschafft.

Übersicht der Gesamtstrecke
"Estrella de Andalucía"
Gesamtdaten der 5 Tage: 237.86km, 23h45.30, 6:00min/km. Ich weiß, es gibt Leute, die laufen das und mehr innerhalb von 24 Stunden am Stück, aber für mich stellt es jedenfalls innerhalb von fünf Trainingstagen ebenfalls einen neuen Kilometerrekord dar.

Am Tag 1 nach dem Etappenlauf stand regenerieren am Programm und einfach der Nase nach laufen. So startete ich zunächst mal direkt vorm Hotel am Strand entlang Richtung Roche. Die rechte Achillessehne hatte sich über Nacht wieder beruhigt und der Sand war auch schön fest gepresst, sodass - bis auf das schwüle Wetter (aber dafür windstill!) - es sich gemütlich dahin lief. Bei Roche wurde der Sand dann doch tiefer und ich wechselte hinauf in die Siedlung und auf den Asphalt, nahm aber auch da ein paar unbekannte Gassen. Dann weiter Richtung Leuchtturm, aber dieses Mal nicht wie so oft schon auf der Straße, sondern über die hoch über dem Meer gelegenen Sandwege der Steilküste mit immer wieder schönen Blicken auf die tiefer liegenden kleinen Buchten. Retour vom Leuchtturm dann ebenfalls auf den Sandwegen. Danach noch ein Abstecher in den Pinienwald und der Versuch, einen Weg zwischen den Hotels zurück zu finden, welcher den bekannten "Buckel" am Rückweg vor dem Beginn von Novo Sancti Petri umläuft. Leider nicht gelungen, aber schön war's dort trotzdem. Noch einen Teil der "Resortrunde" eingebaut und nach nicht ganz zwei Stunden war ich wieder beim Hotel zurück. Also etwas zu lange für einen regenerativen Lauf, aber wenn's doch sooooo schön hier ist, dann muss man das ausnutzen. Daten: 19.68km, 1h55.58, 5:54min/km.

Samstag, 25.2.: der letzte volle Tag in Novo Sancti Petri, bevor es morgen schon um 8h30 in der Früh mit dem Auto wieder zum Flughafen nach Malaga geht, um pünktlich mittags den Rückflug zu erreichen. Also einerseits Wehmut, da der schöne Aufenthalt zu Ende geht, andererseits spürte ich heute auch deutlich, dass die Luft jetzt draußen ist und der Körper die sportlichen Reize der letzten 11 Tage verdauen möchte und muss. So trippelte ich heute nochmals zum alten Hafen von Sancti Petri, mit einem Abstecher in einen kleinen Park mit Pinienbäumen, wo die Spanier bereits den Grill anwarfen und dann am Meer entlang. Sancti Petri hat sogar eine richtige Strandpromenade, wo heute auch einiges los war. Sehen und gesehen werden stand am Programm. Eine Runde um den Hafen herum, mit Blick nach San Fernando und die Playa de Camposoto - ich bin schon etwas herumgekommen die letzten 1,5 Wochen ;-). Dann zurück zum Hotel und Beine hochlagern. Auch ein Nachmittagsschläfchen forderte der Körper ein. Gut, darf sein. Daten: 16.09km, 1h24.51, 5:16min/km.

Ein schöner Trainingsurlaub geht somit zu Ende und ein guter Grundlagenblock für die restlichen drei Monate Vorbereitung bis zum 48-Stunden-Benefizlauf in Gols ist gelegt. Verletzungsfrei bin ich geblieben, alle Einheiten haben funktioniert, ich bin zufrieden. Somit stehen in 11 Tagen 334.24 Laufkilometer zu Buche und die Erkenntnis, dass das mit mir und Selfies nicht das Wahre ist - daher hier noch ein paar Fotos ohne mein Konterfei.

Panoramaschwenk vom Zimmerbalkon aus

alte Straße von San Fernando nach Chiclana

Im Hintergrund die neue Straße
von San Fernando nach Chiclana

Straßenbahntrasse

Straßenbahntrasse, alte Straße und
verfallene Gaststätte im Hintergrund,
weil niemand mehr die Straße
benutzen darf und will

Cabo Trafalgar - Kite-Surf-Paradies

Leuchtturm Cabo Trafalger
 Cabo Trafalgar und der Wind - Part 1

Cabo Trafalgar und der Wind - Part 2 
 
Cabo Trafalgar - gefällt mir

im Pinienwald zwischen Roche und Conil

Medina Sidonia - Hauptplatz

Medina Sidonia - runter ich muss. Spanier bauen
ihre Dörfer meist immer oben am Hügel,
lieben wohl die Aussicht
Panoramaschwenk beim Verlassen von Medina Sidonia

DAS Stadion in Chiclana de la Frontera

Panoramaschwenk auf Chiclana de la Frontera

Vereinslokal der Barca-Fans in Chiclana

Panoramaschwenk vom höchsten Punkt Chiclanas
auf San Fernando und in Richtung Medina Sidonia

Überall Sportanlagen!

Ermita de Santa Ana

Und wer bis hierher gelesen hat, hat sich jetzt auch ein Katzen-Video verdient ...

Sonntag, 12. Februar 2017

Melde mich zurück!

Puh, über sieben Monate war es jetzt ruhig hier im Blog - nicht ganz der Sinn eines Blogs und für meine Leser auch nicht so spannend :-) ... aber jetzt geht's wieder los. Und die wichtigen Dinge zuerst, die Details dann nachher.

2017 benennt sich mein Blog auf "Martin läuft 48 Stunden" um, denn nach 7 Jahren 24-Stundenlauf als Basis für meine Benefizaktionen ist es Zeit für Veränderung und ein neues Abenteuer. Und so werden 2017 meine gesammelten Kilometer beim 48-Stundenlauf in Gols vom 26. - 28.5.2017 Basis für meine Benefizaktion zugunsten des Vereins sowieso! sein.

Auch meine Spendenseite hat sich nach 7 Jahren weiter entwickelt und erstrahlt nun in einem - finde ich zumindest - modernerem Design. Dazu ist die Seite nach martin24h.jimdo.com umgezogen. Ich hoffe, die Seite gefällt Euch und Ihr nutzt fleißig die Möglichkeit, Eure Spendenzusage zu tätigen. Aber Moment, ich habe Euch noch gar nicht gesagt, was sowieso! denn eigentlich macht?

sowieso! – das ist malen, basteln, bauen, musizieren und spielen, entdecken, erforschen und gemeinsam kreativ sein!

sowieso! bietet im Atelier des ZOOM Kindermuseums monatlich stattfindende Kunstworkshops für Kinder mit Behinderung ab einem Alter von 3 Jahren. Das Besondere dabei: Jedes Kind hat seine eigene Betreuerin oder seinen eigenen Betreuer. Dies ermöglicht eine dialogische Struktur, ein selbstverständliches Du und Ich und ein Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder. Die sozioökonomische Situation der Familien soll für die Teilnahme keine Rolle spielen, sodass sowieso! seit Beginn ein Gratis-Angebot ist und auch bleiben soll. Die Geschwisterkinder sind zur Teilnahme an den Workshops ebenfalls herzlich eingeladen!  


Ich finde das eine ganz tolle Sache und möchte mit meiner Laufleistung in Gols und Eurer finanziellen Unterstützung dazu beitragen, dass sowieso! die Frequenz der Workshops erhöhen kann - diese sind nämlich aufgrund der hervorragenden Resonanz weit im voraus ausgebucht! Ebenso soll das Angebot über das Malerische hinaus auch in Richtung Theater, Bewegung und Tanz ausgebaut werden.

Angestrebt wird ein Jahresbudget von etwa EUR 11.000 - daher bitte ich Euch: "let's make a difference" und versuchen wir gemeinsam, einen möglichst hohen Anteil zu diesem Jahresbudget beizutragen! sowieso! und dessen Vorstandsmitglieder, mit denen ich persönlich in Kontakt bin, sind uns wahnsinnig dankbar für diese Hilfe! 

Jetzt zu den versprochenen Details: wie im letzten Blogeintrag geschrieben war nach den sportlichen Misserfolgen der letzten Saison meine Motivation im Keller und ich konnte mich einfach zu keinem strukturierten Training aufraffen. Damit war auch die Idee eines Herbstmarathons bald verworfen, sondern es war Herausforderung genug, überhaupt wieder Spaß am Laufen zu finden und einen körperlichen Zustand zu erreichen, der regelmäßiges Laufen zulässt. Ein ziemlich langwieriger Prozess, aber über viele kleine Schritte vor allem abseits der altbekannten und "ausgetrampelten" Wege und durch Erkundung des Wienerwaldgeländes (neudeutsch "Trail-Running") kam die Motivation zurück. Auch der körperliche Zustand konnte gegen Ende des Jahres 2016 als brauchbare Basis für neue Ziele in der Ultralaufsaison 2017 bezeichnet werden. Danke an Barbara Jonke-Schwab (Medical Center Schwab) für die Unterstützung dabei!

Der Jahreswechsel verlief ruhig und mit viel Schlaf (auch schon vor Mitternacht), denn schließlich hatten Carola und ich am Neujahrstag zur Begrüßung des Jahres 2017 einen gemeinsamen Lauf von der U4-Station Hütteldorf über die Trails des Wienerwalds zur U4-Station Heiligenstadt vor. Tja, und da überschätzte ich leider in einer eigentlich genialen Single-Trail-Bergab-Passage meine koordinativen Fähigkeiten bzw. unterschätzte die Weiterleitungszeit zwischen Auge sieht Wurzel, meldet dies an Gehirn, Gehirn meldet weiter an linkes Bein "Achtung, Fuß anheben!" ... und so befand ich mich bei "Achtung" bereits in einer horizontalen Flugphase mit anschließendem Bodenerstkontakt mit gestrecktem rechten Arm :-(. Nach über einer Woche Schmerzen, einer falschen Diagnose beim Erströntgen (nur Prellung, nix gebrochen), ergab das Zweitröntgen dann (was eigentlich auch schon am Erströntgen für willige und bemühte Radiologen sichtbar gewesen wäre) eine Einstauchung des Radiusköpfchens. Soweit noch Glück im Unglück, weil bei dieser Sturzart bekommt normalerweise das Handgelenk sowie auch die Elle einiges ab, welche bei mir aber unversehrt blieben. So war keine Operation nötig, allerdings eine entsprechende Ruhigstellung und jegliche Vermeidung von Belastung - ganz toll als Rechtshänder zum temporären (und zwar ausschließlich!) Linkshänder zu werden. Nicht mal Schuhe kann man sich einhändig schnüren, Hose anziehen wird zur Prozedur, usw. Aber ich wurde dann doch recht schnell halbwegs geschickt mit links, ordentlich anstrengend war's aber trotzdem.

Somit war auch der Aufwärtstrend und der Beginn des Ultratrainings vorerst gestoppt. Momentan muss ich den rechten Arm immer noch schonen, aber zumindest für "normale" Hilfstätigkeiten wie eben Schuhe schnüren, anziehen, tippen, etc. ist er wieder einsatzfähig. Und für diesen Blog das Relevanteste: Laufen ist auch wieder erlaubt - nur stürzen sollte ich nicht, also nix mit Trail-Laufen, sondern schön bieder am Asphalt und immer am Sprung, falls aus einem Hauseingang/Hausausfahrt plötzlich jemand/etwas rausstürmt.

Aber die Motivation ist wieder da und nachdem in Gols erst am 26.5. um 10h der Startschuss fällt, sind auch noch mehr als 3,5 Monate an Trainingszeit vorhanden, um eine solide Basis für viele, viele Kilometer während der 48 Stunden zu sammeln und damit sowieso! bestmöglich zu unterstützen.

Wie immer wäre es mir natürlich mental während der vielen langen Läufe und vielen Trainingskilometer in der Vorbereitungszeit auch eine große Hilfe, wenn Eure Spendenzusagen zahlreich eintrudeln!

Daher: schaut doch gleich auf martin24h.jimdo.com vorbei und "let's make a difference"!

Sonntag, 3. Juli 2016

Ergebnis Benefizaktion und Zusammenfassung 3x"24h" in 10 Wochen ...

Ruhig war es hier im Blog seit dem 24h/48h-Lauf in Gols. Interessierte haben es ohnehin im teils persönlichen Kontakt mitbekommen, was sich getan hat. Hier nun auch allgemein - bevor ich den Blog die nächsten Monate in die Auszeit schicke - die Zusammenfassung der letzten 10 Wochen seit dem Start des 24h-Laufs in Sárvár.

Aber bevor die Klimax der sportlichen Flops folgt, die erfreuliche Nachricht, was meine Lauferei als Benefizaktion zugunsten der Stiftung Kindertraum beim 24h-Lauf von Sárvár und 24h (bzw. dann 48h)-Lauf in Gols eingebracht hat: nämlich dank großzügiger Aufrundungen, Honorierungen beider Läufe und ähnlichem sind es dank meiner großartigen privaten Spender_Innen EUR 3.592,63 geworden! Diesen Betrag habe ich nun auch bei der karitativen Stiftung meines Arbeitgebers, der Macquarie Group Foundation, zur Verdoppelung eingereicht, sodass summa summarum EUR 7.185,26 zur Verfügung stehen werden. Herzlichen Dank an alle Spender_Innen, die dazu beigetragen haben!

Einen ganz großen Dank auch an meine Betreuer Diana, Christian, Michael und Carola, die die folgenden Leiden und Enttäuschungen mit mir mitgemacht haben und ihre Freizeit für wenig sportlichen Erfolg geopfert haben.

Erster Akt: Sárvár
Beginnen wir also mit dem 24h-Lauf in Sárvár am Wochenende vom 23./24. April. Infolge von - retrospektiv betrachtet - Übermotivation startete ich bei gefühlt hochsommerlichen Temperaturen mit Kilometerzeiten um die 5:20-5:30min/km und dem überraschenden Effekt, dass nach 60km die Flasche ziemlich leer war. Ein Wetterwechsel mit etwas Regen brachte kurzzeitig Linderung, in der schwülen Luft vor dem nächsten Gewitter ging's körperlich aber wieder bergab und ich fühlte mich fiebrig und krank, was ich glücklicherweise nachher nicht wurde. Nach 12 Stunden Laufzeit war's dann nur mehr ein Wandertag, mir wurde kalt und etwas schwindlig, selbst das Gehen war furchtbar anstrengend, sodass ich nach etwas über 14 Stunden und 113,4km den Lauf abbrach.

Zweiter Akt: Gols
Nicht ganz zwei Wochen (6. Mai) später gaben mir meine Spender_Innen eine zweite Chance, im Rahmen des 48h-Laufs in Gols in den ersten 24h eine "Ersatzleistung" zu erbringen. Auch hier wieder gefühlt eher wärmere Temperaturen, aber diesmal lief ich streng mit Puls- und Tempokontrolle um nur ja vorsichtig zu beginnen. Dies gelang mit Kilometerzeiten um die 5:55-6:10min/km auch sehr gut. Nichtsdestotrotz wurden die Beine nach bereits etwa 4 Stunden schwer, was doch deutlich zu früh ist für einen 24h-Lauf. Und nach 60km war wieder Flasche ziemlich leer und es ging mehrheitlich wandernd dahin, in der Hoffnung auf eine Erholung in den kühleren Nachtstunden. Die kühleren Nachtstunden kamen, aber nicht die Erholung. Einzig das Ziel, wenigstens meine Kilometer von Sárvár zu toppen, hielt mich auf der Strecke. Als es dann für mich nur mehr etwa 1h15 bis zum Ende waren, wollte mein Körper (oder war es doch der Kopf?) plötzlich wieder und es waren Kilometerzeiten um die 5:00-5:30min/km möglich, die dann letztlich zu 151km in 24 Stunden führten. Nicht wirklich meinen Vorstellungen entsprechend aber immerhin.

Nach "meinem" 24-Stundenlauf, der um 10 Uhr endete, ging ich dann mal Duschen, genoss um 12 Uhr das Regenerationsmittagessen mit Suppe & Pizza bei der Labe, auf das ich mich schon den ganzen Lauf über gefreut hatte, und feuerte danach im Schatten sitzend die 48h-Läufer an. Als Stärkung fürs Anfeuern gab's dann um 17 Uhr wieder Suppe, aber jetzt gefolgt von faschierten Laibchen mit Pürree und als Nachspeise Kaiserschmarr'n. Puh, jetzt war mein Energiehaushalt wieder mehr als im Gleichgewicht und ich voller Tatendrang. Also ging ich noch ein bisschen (schließlich war ich ja als 48h-Läufer nur in der Pause und noch nicht fertig mit dem Lauf) Auslaufen - jetzt wo ich quasi frei nach Lust & Laune laufen durfte und nicht für viele Kilometer in 24 Stunden "musste", lief es wieder. Also, naja, auch nicht so viel. 6km auslaufen genügten mir, dann ging ich nur mehr spazieren und genoss den lauen Abend, teils plaudernd mit den "echten" 48h-Läufern. Aber immerhin kam ich so bis zum Abendessen um 23h30 auch noch von 151km weiter zu 180km. Nach einem köstlichen Risotto ging es dann für 6h Schlaf ins Bett, bevor - gestärkt mit einem Schinken/Käse-Toast zum Frühstück - ich mich auf die letzten 3h30 vom 48h-Lauf wieder auf die Strecke machte. Wieder ohne Plan, einfach frei von der Leber weg laufend, immer wieder mit den 48ern plaudernd, näherte ich mich langsam aber stetig der 200km-Marke und dann erwachte der Ehrgeiz. So wurde es dann noch in den letzten 90 Minuten ein Crescendo-Lauf mit Rundenzeiten von 6:00min/km kommend bis auf 4:10min/km und letztlich 214km - endlich die 200km in einem Ultrabewerb bewältigt, leider aber nur in 48h und nicht in 24h. Aber immerhin gab mir dies Hoffnung, dass das Training doch nicht das Schlechteste war und möglicherweise ich in den ersten 24-Stunden auch einfach im Kopf zu viel auf den Temposchnitt und weniger aufs Körpergefühl achtete.

Dritter Akt: Irdning
Daher nahm ich mir dann für den nächsten 24-Stundenlauf innerhalb von 10 Wochen (aller guten (??) Dinge sind bekanntlich drei) in Irdning vor, auf meiner Uhr einzig und allein die Rundenzahl zu nehmen, aber keinerlei Information zu Rundenzeiten, Kilometern oder ähnlichem anzuzeigen, sondern wirklich nur defensiv nach Körpergefühl zu laufen.

Dies war nun am 1. Juli um 19h auch der Fall und los ging's. Wie immer in Irdning ziemlich warm, aber wenigstens nicht so heiss wie die letzten beiden Jahre - sprich: mit Temperaturen um die gefühlt 25-28° muss man zufrieden sein. Leider kam dieses Mal das erste Tief bereits nach etwa 3 Stunden und der rechte Hüftbeuger begann zu schmerzen - wieder das Problem, welches mich schon im Jänner/Februar quälte. Glücklicherweise war am Nachbarstellplatz mit Angelika die Physiotherapeutin vom österreichischen Ultralauf-Nationalteam, die mein Problem schon aus dem Winter kannte, mich kurz behandelte, sich der Hüftbeuger danach deutlich besser anfühlte und in weitere Folge nicht mehr hinderlich war. So kam ich dann wieder ins Laufen bevor die Oberschenkel vorne zu machten. Angelika, ist mir unangenehm, aber darf ich Dich nochmals bitten? - Ja klar. Bisserl herumwurbeln und die Oberschenkel waren wieder wie neu. Es lief dann muskulär wieder, aber langsam schwanden meine Kräfte. Die minimalen Erhebungen wuchsen sich zu langgezogenen Anstiegen aus und nach 9h war's dann nur mehr ein Wandertag, den ich dann nach 12h30 und gerade mal knapp 95 geschafften Kilometern abbrach. Nach einer Pause von knapp 90 Minuten ging ich nochmals für ein paar Runden auf die Strecke, aber nun war es auch schon spürbar warm, ich hatte einfach keine Lust mehr auf Quälen ob der gefühlten totalen Leere des Körpers, ein mögliches Umkippen in der Hitze und nach 102,2km und 15h15 war dann endgültig gotovo. Den Rest verbrachte ich mit Anfeuern der laufenden Helden und Gedanken über die nächste Ultralaufzukunft.

Nachdem ich mit dem Nichterreichen der 200km auch eine Wette verloren habe, bedeutet die Einlösung meiner Wettschuld, im Herbst einen Marathon zu laufen - hihi, eigentlich lustig, normalerweise kommt man von der Seite des Nichtlaufens bei einer Wette zu einem Marathon. Allerdings mit der erschwerenden Vorgabe, ernsthaft zu trainieren, um vielleicht endlich die 3-Stunden-Marke zu knacken.

Ich hoffe, es kommt über den Sommer auch wieder die Lust am Lauftraining zurück. Ich werde es wohl mit "Geländelauftraining" probieren, da ich die letzten Wochen schon keinen flachen Asphalt mehr sehen konnte, denn sonst wird das nix werden. Ultralaufmäßig ist bis auf weiteres Pause - für die Stimmung und die lieben Ultralaufkolleg_Innen (in Irdning sind wieder ein paar neue dazu gekommen) sollte der eine oder andere 6h-Lauf genügen, weil mit wenig Aufwand verbunden: sprich einfach Laufgewand anziehen, Startnummer umschnallen und auf geht's. Keine Betreuuer finden (die ihre Zeit und Energie für kein Erfolgserlebnis opfern), Urlaubstage nehmen für die Anreise, Zelt aufbauen, etc. Irgendwann geht's sicherlich wieder zu einem 24-Stundenlauf, aber dann entweder wirklich nur als Spaßläufer ohne Ambition (oder als laufender Betreuer für Debütant_Innen?) oder in einem körperlichen & mentalen (was ist Henne, was ist Ei dabei?) Zustand, der nicht schon nach wenigen Stunden die ersten Probleme aufkommen lässt. Und für die Benefizaktion 2017 muss ich mir auch noch was überlegen ...

Freitag, 6. Mai 2016

Donnerstag, 5. Mai 2016

Basislager steht - noch 14 Stunden

Die Campingplätze sind bezogen, Urlaubsfeeling stellt sich ein. Ein
herrlicher Sommerabend ist das jetzt und ein feiner Sommertag wird das morgen.

Live-Tracking gibt es leider keines aber im Laufe des Nachmittags sollte es
dann auf https://www.facebook.com/lauftreff.gols regelmäßige Updates über
die Zwischenstände geben.

Und ab Samstag mittag freu ich mich dann auf das kulinarische
Regenerationsmenü bis Sonntag früh.

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Dienstag, 3. Mai 2016

Noch 61 Stunden ...

Da ich die Zeit seit Sárvár lieber für die Regeneration genutzt habe, muss der Bericht von eben dort noch warten. Nach dem unzufriedenstellenden Ergebnis habe ich nach einer kurzen Frustphase - mit Überlegungen hobbymäßig auf Ultrakuchenbacken oder ähnliches umzusteigen - doch bereits am Montag/Dienstag nach Sárvár mit der konstruktiven Aufarbeitung begonnen. Nachdem sich glücklicherweise doch kein Infekt gemeldet hat, dürfte es wohl in Sárvár wirklich nur ein rabenschwarzer Tag mit Wetterfühligkeit und wohl auch Übermotivation in der Anfangstempowahl (sprich zu schnell für mein Niveau) gewesen sein, die zu den lediglich 113,4 Kilometern führten.
Insofern: mit mehr Vernunft und vielleicht etwas mehr Wetterglück auf ein Neues. Meine Sponsoren waren auch so nett, mir (und damit der Benefizaktion zugunsten der Stiftung Kindertraum) eine zweite Chance zu geben. Damit ich diese zeitnah ergreifen kann, geht es somit am Freitag, 6.5., beim 48-Stundenlauf in Gols für mich wieder los.

Allerdings nicht die vollen 48 Stunden, sondern nur die ersten 24 Stunden, welche dann als Basis für die Benefizaktion zählen werden. Obwohl eigentlich ausgebucht konnte ich doch noch einen Startplatz (leider wegen Verletzung/Rücktritt eines anderen Teilnehmers) ergattern. 

Auch Carola, Diana und Michi haben sich bereit erklärt, sich wieder an die Herausforderung meiner Betreuung zu wagen. Zusätzlich im Team auch noch Christian, der hoffentlich nach dem Irdning-Fiasko letztes Jahr auch mal eine gute Leistung von mir als Betreuer erlebt. Danke, dass ich auf dieses tolle Team zählen kann, ihr so viel Zeit und Mühen für mich auf Euch nehmt und sogar Euer langes Wochenende sowie einen Urlaubstag für mich opfert!

Zusätzlich werden als Motivation auch für so manche Mitstreiter noch Karin & Didi anreisen, die mit Karin als Betreuerin und Didi als Läufer erst vor wenigen Tagen den 24-Stundenlauf in Basel (bei echtem Schlechtwetter mit Sturm und Dauerregen) mit über 243km gewinnen konnten! Gebt uns dann bitte etwas von Eurer Energie und mentalen Kraft mit! 

Mit der Erholung seit Sárvár schaut es ganz gut aus – die Beine und der Kopf wollen wieder, Pulswerte sind auch im normalen Bereich. Mit einem demütigen, geduldigen Starttempo sollte ich also zumindest die Kilometer von Sárvár übertreffen können. Wie weit es dann in den ersten 24 Stunden der 48 Stunden läuft, da lasse ich mich überraschen.

Jedenfalls freue ich mich sehr auf den Kurzurlaub in Gols (wo bekommt man heute schon noch um EUR 150,- für zwei volle Tage all-inclusive Kost, Logis und rund-um-die-Uhr-Animationsprogramm?), auf mein tolles Betreuer-Team und auch den familiären Flair sowie die Gemeinschaft von Gols – ein bisschen konnte ich da ja letztes Jahr schon beim 6-Stundenlauf reinschnuppern, umso mehr freue ich mich, die 48-Stunden-Helden dann auch nach meinem 24-Stunden-(Bambini)-Lauf noch weiter zu motivieren.

Das Feld ist jedenfalls stark besetzt – möglicherweise fällt auch der österreichische 48h-Rekord! ... und ich häng‘ mich die ersten 24 Stunden an ;-)

Sonntag, 24. April 2016

110 Runden - 113.38km und vorläufig aus

Ich hasse es aufzugeben, aber an manchen Tagen ist einfach der Wurm drin.
Und bei aller Liebe zur Quälerei und zum Benefizgedanken - ich kann jetzt
nimma und Gesundheit geht vor. Nun schlafen und vielleicht morgen früh noch
ein paar Runden. Gute Nacht.

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Sonntag, 17. April 2016

6x Schlafen noch, dann ist Show-Time!

Langsam wird es ernst. Der Vorbereitungs-Endspurt läuft ... also wer noch nicht dabei ist, auch bitte gleich noch schnell auf

http://martin24h.awardspace.biz

vorbeischauen und meine Kilometer beim 24-Stundenlauf in einer Woche in Sárvár in Bares für den guten Zweck umwandeln - jeder Euro wird von der Macquarie Group Foundation verdoppelt!

Herzlichen Dank an meine 29 Unterstützer, die sich schon an der Benefizaktion beteiligen! Ich werde während der 24 Stunden viel an Euch denken und diese Gedanken als Motivation nehmen.

Heute stand der letzte "längere" Lauf analog zum Tapering-Protokoll vom Vorjahr am Programm. Also 25km gesamt, davon 16km als gemütlicher "Langsamlauf" im geplanten 24h-Anfangstempo. Funktionierte ganz gut, auch wenn die Beine heute überraschenderweise alles andere als spritzig waren. Aber gut, ich muss ja ab Samstag 10h eh nur langsam links, rechts vor mich hinstapfen und keine eingesprungenen Axel hinlegen.

Nur 2.473 Trainingskilometer liegen in den letzten 21 Wochen hinter mir, somit deutlich weniger als die 3.220km im selben Zeitraum letztes Jahr vor Sárvár. Aber der Körper ließ, wie hier im Blog berichtet, zeitweise einfach nicht mehr zu.

So auch in der Woche nach dem letzten Blog-Eintrag vom Tag am Wienerwaldsee, in welcher mich eine Verkühlung außer Gefecht setzte. Der geplante 50km-Trainingslauf letzten Sonntag fiel damit auch aus und 6,6 (sic!) magere Gesamtwochenkilometer standen zu Buche. Aber gut, kann man eh nix machen und Ultralauf basiert ja angeblich auch auf den Lebenslaufkilometern - von denen habe ich doch schon einiges angesammelt in den letzten Jahren.

Wenigstens konnte sich während der "Zwangspause" meine Muskulatur erholen und auch die leichte Sehnenentzündung beim linken Knie verschwand so weit. Selten ein "Schaden" wo nicht auch ein Nutzen ist.

Diese Woche nutzte ich dann - neben dem oben erwähnten heutigen Langsamlauf -, um mit kürzeren Läufen wieder in den Laufryhthmus rein zu kommen. Auf meiner "Haushügelrunde" zum und auf den Laaerberg standen dann sogar mit deutlichem Abstand zu den letzten Monaten am Mittwoch und Freitag zwei "Best-Ever"-Zeiten zu Buche. Der Körper ist wohl in Summe bereit!

So bin ich auch optimistisch für nächstes Wochenende, das Wetter scheint ziemlich perfekt zu werden: keine Hitze, kein Dauerregen, sondern so um die 15°C, bewölkt, vielleicht leichter Wind und leichter Regen. Also genau meine Bedingungen - nur für meine Betreuer könnte es eine etwas kühlere Nacht mit höherer Luftfeuchtigkeit werden. Dick eingepackt werden sie das aber auch hoffentlich gut überstehen.

Somit gibt's für mich nur: If you can't fly then run, if you can't run then walk, if you can't walk then crawl, but whatever you do you have to keep moving forward (and keep on smilin').

Und je mehr Spender sich auf http://martin24h.awardspace.biz einfinden, umso leichter wird mir dies fallen!

Sonntag, 3. April 2016

3 Wochen noch ... ein Tag am Wienerwaldsee

Das Training für Sárvár in drei Wochen ist nun praktisch abgeschlossen und war, wie den Blog-Berichten entnehmbar ist, die letzten Monate doch recht durchwachsen. Ich hatte zwar einen ambitionierten Plan, aber konnte dann doch nur umsetzen, was der Körper jeweils verkraftete. Das war leider weniger als geplant und auch meist mit Schmerzen verbunden. Aber ich seh's positiv: Schmerzen werden mich beim 24-Stundenlauf somit nicht überraschen können und ich weiß, dass auch mit Schmerzen immer noch ein paar Kilometer drinnen sind.

So stand also gestern der letzte richtig lange Lauf am Programm. Analog zum Vorjahresplan 100km drei Wochen vor dem 24er. Das wäre dann somit auch der längste Lauf der gesamten Vorbereitung, habe ich es doch bisher heuer im Maximum nur auf 80km am Stück gebracht. Logistisch am einfachsten wäre natürlich wieder am Laufband gewesen, aber mit den langsam wärmeren Temperaturen erschien mir ein Lauf am Laufband mit Klimaanlage, um die Raumtemperatur erträglich zu halten, mehr als fragwürdig. Und die Sehnenentzündung am linken Knie ist zwar besser geworden, aber das monotone Laufbandlaufen ist wohl auch nicht so zuträglich. Also wieder Prater? Nein, mal was Neues ausprobieren. Mein Masseur brachte mich auf die Idee, doch raus zum Wienerwaldsee zu fahren, wo es eine nette 4.2km lange Runde rund um den See gibt. Ja, das passt von der Länge, Parkplatz direkt an der Strecke gibt's auch (für Zugriff auf meinen Proviant), also startete ich um 8h20 zu meinen hoffentlich 24 Seeumrundungen - wobei: im Zweifelsfall lieber auch weniger, denn Mitte der Woche hatte sich doch so etwas wie ein zartes Formpflänzchen gezeigt, allerdings interessanterweise eher im für meine Verhältnisse Tempobereich. War ich mittwochs noch etwas im Stress und drückte daher aufs Tempo, was sich in 12.5km in 4:30min/km mit doch deutlicher Anstrengung niederschlug, so war am Donnerstag wieder dieselbe Strecke, aber diesmal mit etwas mehr Zeit und daher lockerem Tempo dran. Resultat: mit 4:32min/km nur unwesentlich langsamer. Formsprung?

Aber zurück zum Wienerwaldsee: temperaturmäßíg war's leider nicht so angenehm wie die Tage zuvor und leider auch recht windig. So war ich anfangs ziemlich dick eingepackt. Aber bei jeder Pause nach jeweils vier Runden (16.8km) wurde es dann eine Schicht weniger bis zu Sommer-Outfit am Ende. Nach 50km verkürzte ich den Rhythmus dann auf zunächst drei Runden, da ich doch schon etwas dehydriert war und dann auf zwei Runden und hatte damit nach 71.4km auch wieder eine Pause. Was jetzt tun? Anlaufen war mittlerweile schon eine recht schmerzhafte Angelegenheit und ich war doch bisher etwas übermotiviert mit dem Tempo: 5:45min/km hatte ich geplant, war aber doch meist eher knapp unter 5:30min/km unterwegs gewesen. Naja, eine "Gehorsamsrunde" geht noch, dann habe ich 75.6km und ich muss es ja nicht übertreiben. Auf der Runde wurde ich dann doch wieder etwas lockerer also noch eine anhängen, dann brauche ich nur mehr 200m, um zumindest auf die 80km zu kommen. Ich hängte dann aber doch noch 2km an, sodass ich schließlich das Training nach 81.8km beendete. Zwar nicht die 100km aber immerhin der längste Lauf der heurigen Vorbereitung und mit Netto-Schnitt (ohne Pausen) 5:30min/km bin ich auch zufrieden - da ist zum geplanten 24-Stundenlaufanfangstempo von 5:45min/km doch Reserve drinnen und sollte dann mit kontinuierlicher Betreuung, Trinken und Essen hoffentlich lange laufbar sein. In den drei Woche gewöhne ich mich hoffentlich auch noch an den Frühling und die Sonne: beides noch so ungewohnt, dass ich gestern weder eine Kappe gegen die Sonne noch eine Sonnenbrille mit hatte :-D.

Nächste Woche noch ein 50er als Bewegungstherapie und dann ist es bald soweit. Mit (für mich) Rekordumfängen kann ich daher in dieser Vorbereitung nicht dienen, aber so halbwegs sollten die Hausaufgaben dennoch gemacht sein. Und in der Vergangenheit gab's ohnehin auch teilweise das Feedback, dass ich meine Energie schon im Training verpulvert habe. Naja, in drei Wochen weiß ich, ob weniger heuer mehr ist :-) ... ich setze somit auf Wille, Erfahrung und ein bißchen Glück (Wetter, Tagesverfassung), um die durchwachsene Vorbereitung zu kompensieren.

Der Wille wird natürlich auch umso stärker sein, je mehr Nutzen mein Kilometersammeln in Sárvár bringt - daher freue ich mich, wenn zu den grandiosen 24 Spendern meiner Benefizaktion zugunsten der Stiftung Kindertraum, noch weitere hinzukommen.

Schaut doch bitte auf http://martin24h.awardspace.biz vorbei! Herzlichen Dank!

Sonntag, 13. März 2016

6 Wochen noch ... Schmerz & Freude

Nur mehr 6 Wochen bis zum 24-Stundenlauf in Sárvár und es freut mich sehr, dass sich bereits 23 Spender für den guten Zweck meiner Benefizaktion zugunsten der Stiftung Kindertraum gefunden haben - herzlichen Dank! Ich hoffe aber natürlich, es werden noch mehr, meine Spendenseite

http://martin24h.awardspace.biz

freut sich auf Euren Besuch!

Letzte Woche hatte ich einen Bericht ausgelassen, da ich nicht schon wieder jammern wollte und hoffte, in der Zusammenfassung der zwei Wochen ist dann wieder alles gut. Naja, das ist nur halbwegs gelungen.

Also was war/ist los? Nachdem sich der Hüftbeuger rechts Ende Februar wieder beruhigt hatte, fing dafür dann mit dem März das linke Knie beim Ansatz des Sartorius plötzlich zu Schmerzen an - dürfte wohl der Muskel-/Sehnenansatz etwas beleidigt - sprich entzündet - sein. Das Gute: nach ein wenig Einlaufen und Warmwerden des Sartorius gibt sich das Problem - lindert zwar den Komfort am Beginn des Lauftrainings, aber nicht den Nutzen der Einheit. Das Schlechte: von Tag zu Tag dauerte es länger bis die Schmerzen verschwunden waren. Am Samstag der Vorwoche dauerte diese Zeit bis zur Schmerzfreiheit dann bei einem mittellang geplanten Lauf (es war ja Entlastungswoche) etwa 6km oder eine halbe Stunde, dann lief es aber sogar richtig fein zwischen Lusthaus, Freudenau, Alberner Hafen und Schwechat, aber nach 21km kamen die Schmerzen im linken Knie wieder, wurden schlimmer und durch die verbundenen Ausweichbewegungen dauerte es nicht lange bis auch die rechte Hüfte inklusive Oberschenkel zu schmerzen begann. Nach 25km schaute ich dann nur noch irgendwie von Kledering in Richtung Öffi-Zivilisation (sprich Bus) zu kommen. Selbst Gehen war mittlerweile eher qualvoll.

Damit war klar: bis auf weiteres gibt's nur Ergometer-Training, denn schließlich stand am nächsten Wochenende ein Dreier-Belastungsblock mit geplanten 200+km am Plan. Freitag 75km, Samstag 6h in Lassee mit Ziel 65km und dann am Sonntag nochmals 60, idealerweise 70km. Also allzuviel Vorbelastung brauchte ich dafür eh nicht und so rollte ich Montag, Mittwoch und Donnerstag am Ergometer dahin. Und es wurde von Tag zu Tag besser was die Knieschmerzen betraf. Am Donnerstag konnte ich auch endlich wieder schmerzfrei Stiegen abwärts bewältigen.

Freitag dann ein Urlaubstag, um den ersten langen Lauf des Dreierpacks - wieder einmal am Laufband - unterzubringen. Ich war doch recht unsicher, ob das funktionieren und das Knie die Belastung schon wieder vertragen würde. Nach nur 6 Stunden Schlaf (zu wenig für mich, aber am Vorabend wurde es leider wieder einmal später) war ich mehr als pessimistisch, anfangs waren die Schmerzen auch wieder da und der Kopf - ich geb's zu - langweilte sich bei einem weiteren NFL-Match. Also dachte ich mir, ich schau' anderen Läufern zu und gab mir die Aufzeichnung der US Olympic Marathon-Trials 2016. Sportlich interessant und auch mit dem ansteckenden amerikanischen Kommentar dann sehr unterhaltsam - und das Ende des Damen-Rennens überhaupt sehr inspirierend. Wer wissen will, was ich meine: https://www.youtube.com/watch?v=soHc3Rvi8Ds&t=3745s

Das Knie war übrigens nach etwa 10-15 Minuten dann schmerzfrei - juhu!

Danach noch die Aufzeichnung der WM-Biathlon-Einzelrennen in Oslo von Damen und Herren und schon waren die 75km geschafft. Der Form dürften die Ergo-Tage gut getan haben, es war dann ausdauermäßig so locker wie zuletzt Anfang Jänner. Aber dies war ja erst der Auftakt. Am nächsten Tag weiter zum 6-Stundenlauf nach Lassee, also packen und Wohnmobil für die erste "Ausfahrt" nach dem Winter klar machen. Danach ging es Freitag abend noch nach Lassee, damit wir zumindest etwas länger schlafen könnten, denn Carola - nachdem sie wieder einmal nicht in Lassee starten konnte sondern noch rekonvaleszent war - hatte sich als Helferin für die Startnummernausgabe gemeldet und sollte um 7h ihren Dienst antreten, was sie auch tat.

Der 75km-Lauf war zwar locker aber die Knieschmerzen nahmen nach dem Lauf bei abkühlender Muskulatur doch wieder zu - ob das morgen wohl gut gehen würde? Naja, zuschauen und anfeuern ist notfalls auch okay, aber es wird hoffentlich eh gehen/laufen.

Samstag früh dann das übliche Prozedere: Startnummer abholen, Freunde begrüßen, ganz kurzes Einlaufen zum Knie-Testen. Schmerzt ein wenig, aber deutlich weniger als gestern am Anfang. Also wird schon werden. Um 9h der Start und ich trabte los mit Ziel 65km. Bald bildete sich ein nettes Grüppchen mit meinem Vereinskollegen Herbert H. sowie Andreas R. und Roman T. Plaudernd zogen wir unsere Runden, da fiel das Laufen leicht, allerdings mit einem Tempo um die 5:10min/km doch deutlich schneller als meine geplanten 5:32min/km. Nach 1h20 ließ ich mich dann langsam hinter Herbert und Andreas zurückfallen, denn nach der Vorbelastung von Freitag und meinem Plan auch noch sonntags laufen zu wollen (und zu können), war das deutlich zu schnell und für mich heute nicht über 6h durchhaltbar. So ging es dahin und ich begann, in den Körper hineinzuhorchen, schließlich hatte ich ja nun bereits etwa 110km in zwei Tagen absolviert. Und dem Körper gefiel das gar nicht so recht. Das linke Knie gab zwar Ruhe, aber dafür schmerzte der linke Unterschenkel sowohl in der Wade als auch an der Schienbeinkante ziemlich - sprich: es tat einfach alles dort weh. Hm, weitermachen oder aufhören? Und bringt die Trainingseinheit wirklich etwas? Weil das ist das Problem am Trainingsplan selber schreiben: man kann zwar gut auf die Tagesverfassung und das verfügbare Zeitbudget reagieren, ob es allerdings wirklich die richtigen Trainingsreize sind, daran zweifle ich doch immer wieder. Naja, ich bin eh auf Kurs 65+km, also einfach mal ein wenig gehen und erholen.

Da überholt mich auch Wolfgang H. - ich versuche mich anzuhängen, aber er ist leider um den Tick zu schnell, meint zwar, ich würde später schon wieder auflaufen, aber das war dann nicht der Fall. Also wieder gehen. Mittlerweile waren etwa 3h40 geschafft als Maria H. grüßend an mir vorbei zog. Nächster Versuch, kann ich mich da anhängen? Und ja, das funktionierte. Maria hatte genug Luft zum Plaudern, immer wieder schlossen sich auch andere Läufer bei uns an und so war das in einem sehr gleichmäßigen Tempo in etwa 5:30min/km eine sehr kurzweilige und unterhaltsame Angelegenheit und wir näherten uns rasch den 4h30, den 5h, den 5h30. Die geplanten 65km waren mittlerweile gesichert, mein Körper hatte sich auch wieder gut erholt und vertrug das Tempo recht locker - die Unterschenkelschmerzen waren auch wieder weg. Jetzt war's nur mehr eine Frage, ob sich die 67km noch ausgehen würden. 11:28 Minuten vor Ende gingen wir bei 64,6km durch, das wird knapp und geht in Richtung 66,8 bis 66,9km - also ums gerade nicht die 67km. Bisschen beschleunigen und mit 2:07 Restzeit auf der Uhr waren 66,5km geschafft. Jetzt heißt es Beine in die Hand nehmen, aber es kam auch das Rückenwindstück mit leichter Bergabtendenz (wobei man bei den 2-3 Höhenmetern auf der Runde nicht wirklich von bergab sprechen kann). Und es flog dahin, der markierte 500er war wenige Sekunden vor Ende erreicht - Punktlandung: 67,0391km. Das Knie hatte gehalten und für einen Trainingslauf mit Vorbelastung war ich durchaus zufrieden, jetzt nur noch die Sonntagseinheit schaffen.

Lassee war übrigens wie immer eine sehr nette und super organisierte Veranstaltung, der Wind gehört halt leider einfach dazu. Aber es war schön, nach dem Winter wieder viele bekannte und fröhliche Gesichter beim Saisonauftakt der Ultraläufer gesehen zu haben und auch wieder einige neue kennengelernt zu haben. Ich freu' mich schon auf Lassee 2017!

Achja, da war noch die Sonntagseinheit: nun ja, die wollte dann nicht mehr so recht sein. In der Früh wieder sehr starke Schmerzen beim Stiegensteigen und so begann die Einheit - wieder am Laufband, weil ich da bei einem etwaigen Abbruch wenigstens sofort zuhause bin ;-) - mit Gehen und langsamer Temposteigerung. Nach etwa 20 Minuten kam ich dann ins richtige Laufen und wurde schmerzfrei im linken Knie. Das Tempo war zwar alles andere als hoch aber fürs quasi simulierte letzte Drittel des 24-Stundenlaufs durchaus ausreichend für eine neue Bestleistung. Ausdauermäßig war's überhaupt sehr sehr locker. So wackelte ich dahin. Nach 17km begannen dann aber leider wieder die Knieschmerzen und wurden immer schlimmer. Am Ende hielt ich die Stoßbelastung nicht mehr aus und brach nach 20km und 2h18 ab bevor ich die Sehne richtig nachhaltig ramponiere. Ein wenig Ergofahren war dann noch möglich um wenigstens auf 4h Trainingszeit zu kommen, dann machte mir aber auch das schlicht keinen Spaß mehr (bzw. sah ich keinerlei Sinn darin) und ich beschloss, mich in die Regeneration zu begeben.

Die Ausdauer sollte jedenfalls vorhanden sein, jetzt muss ich nur richtig fit und schmerzfrei werden. Die nächsten zwei Wochen steht daher wohl nur formerhaltendes Ergo-Training am Programm, vielleicht mit einem Lauf zwischendurch am Wochenende. Aber sonst gebe ich dem Knie Zeit, sich zu erholen und die Entzündung zu überwinden. Die Grundlage sollte gelegt sein, jetzt kann ich wohl nur mehr zerstören als noch dazugewinnen.

Bild der Woche (leider keine 200er-Woche)



Die Wochenbilder gibt's hier.