Samstag, 2. Dezember 2017

Valencia Marathon 2017

Bericht vom Valencia-Marathon: wo soll ich anfangen? Naja, vielleicht 2013 (das wird eine lange vierjährige Chronik :-)). Damals waren Carola und ich beim Valencia-Marathon angemeldet. Vor Ort waren wir, aber ich habe es mit starkem Husten und dann auch noch einer Rippenprellung dank Nahkampf mit einer U-Bahn-Sperre bei der Fahrt in die Stadt nicht einmal an die Startlinie geschafft, Carola lief zwar und sogar irgendwie bis ins Ziel - allerdings mit einem Ermüdungsbruch im Wadenbein. Aber Erinnerungen hatten wir trotzdem nur gute an Valencia: tolle Stimmung, schnelle, weil flache Strecke, gute Infrastruktur (Hotel 5 Minuten vom Start entfernt), perfekte Organisation, angenehmes Klima.

Für mich bot sich nach der Ultrasaison bis Mitte Juni und der Lust, den Ultraschlapfschritt wieder etwas zu dynamisieren ein möglichst später Herbstmarathon an, um erholt ab August eine vom zeitlichen Umfang her ordentliche Vorbereitung absolvieren zu können.

Nachdem die italienischen Klassiker wie z.B. Florenz alle nicht gerade als so leicht gelten und die Wetterunsicherheit größer ist, fiel also die Wahl auf Valencia. Halbwegs leist- und zeitmäßig brauchbare Flugverbindungen von Wien nach Valencia fanden wir nicht, aber einen sehr guten Direktflug nach Madrid. Auch nicht schlecht, Carola liegt mir ohnehin seit Jahren mit dem Wunsch in den Ohren, einen Madrid-Urlaub zu machen. Bisher hatte das als "Nur-Urlaub" nicht so wirklich den Reiz für mich, aber mit einem Marathon in Verbindung wäre das schon was. Und um es vorwegzunehmen: die anschließende Woche Madrid-Urlaub war wirklich sehr, sehr schön und interessant - aber das soll ja ein Lauf- und kein "So war der Urlaub in Madrid"-Bericht werden.

Von August bis November lief somit das Marathon-Training mit Trainer Adi H., der mich schon zu meiner bisherigen Marathon-Bestzeit von 3:03:31 (Mailand 2013) gebracht hatte. In diese zeitliche Region wollte ich wieder hin, oder auch etwas schneller, je nachdem, was die Ultrahaxn noch so können. Die ersten flotteren Einheiten waren zäh, richtige Spritzigkeit war keine mehr vorhanden, aber im Laufe der Wochen wurde es besser und die Trainingseinheiten forderten mich, aber überforderten mich nicht. Mein Schritt wurde wieder etwas dynamischer durch Wiederholungen von kurzen 1-2 Minuten-Abschnitten mit hohem Tempo gefolgt von "normalen" Abschnitten. Dazu noch das Üben des Marathon-Tempos mit Einheiten von z.B. 4x5km Marathon-Tempo mit jeweils 1km "lockeres Tempo" (ca. 4:50min/km). So entwickelte sich langsam die Form, sub3h war zwar außer Reichweite, dazu hatte der Ultraläufer leider zu wenig Tempohärte als Basis mitgebracht, aber so in der Gegend 3h02 bis 3h03 sollte sich ausgehen können.

Mit der Vorgabe, den Marathon in 4:20min/km (oder auch leicht langsamer) anzulaufen und dieses Tempo bis Kilometer 30 zu halten und dann zu schauen, was noch drinnen ist, ging es Freitag von Wien nach Madrid und mit dem Mietauto weiter nach Valencia. Ankunft gegen 19h30 bei angenehm warmen Temperaturen. Gleich rein in die Laufschuhe und noch 45 Minuten locker Traben. Das ging sich perfekt aus, um am Strand von Valencia das Mittelmeer zu besuchen und auch die dortige Prater-Hauptallee zu entdecken, wo es sogar 100m-Markierungen gab. Für mich als Zahlenfan natürlich super, da könnte ich am Samstag noch kurz das Marathontempo exakt üben.

Carola holte netterweise währenddessen unsere Startnummern ab - klappte alles hervorragend und sie kam neben den Startnummern auch mit prall gefüllten Startersackerln zurück.

Samstag vormittag bisschen rumspazieren und den Sonnenschein bei ca. 20°C genießen, nochmals ein kurzer Abschlusslauf ans Meer und dann ging es zur Paella-Party. Dort war zwar zunächst eine ziemlich lange Schlange, aber die Abfertigung ging sehr rasch, das Warten bei angenehm warmen Temperaturen war aber auch nett (Marathongewurle überall) und so gab es auch recht bald eine gute valencianische Paella (plus Orange, Weckerl und Radler). Dann nur mehr Beine hochlagern und auf Sonntag mental vorbereiten.

So hatte ich mir vorgenommen, den Marathon zu genießen und möglichst mit einem Lächeln zu absolvieren. Weil schließlich sage ich ja selbst oft genug Mitläufern, die gerade etwas am kämpfen sind, "Lächeln, dann geht's leichter" und Maria H. (befit-befast.at) hatte da auch vor einigen Wochen auf einen Artikel verlinkt (Original-Paper hier), der dies auch wissenschaftlich untersuchte. Also "Enjoy!". Nachdem ich gefühlt während des Laufs alle 30 Sekunden auf die Uhr schauen werde, sollte der Freund immer präsent sein :-)

Dann war da auch noch Lauffreund Helge R., der sich begeistert von einem Ausflug zeigte, wenn Carola & ich denn die Boston-Marathon-Qualifikationszeiten für 2019 erlaufen könnten. Bei Carola mit 3h45 keine so große Sache (wenn sie denn unverletzt ins Ziel kommt), bei mir mit 3h15 wohl auch schaffbar, aber zumindest als Motivation, falls so gar nix Richtung Bestleistung laufen würde sehr brauchbar. Denn je deutlicher unter dem Zeitlimit umso sicherer, dass es wirklich einen Startplatz in Boston gibt. Und dann kam mir noch Richard "Richy" D. in den Sinn, der 2007 im für mich damals biblischen Läuferalter von 41 Jahren auch seine Marathon-Bestleistung von 3:02:49 erbrachte, was mich damals schwer beeindruckte, wie man mit über 40 noch schneller werden kann. Jetzt hatte ich also selbst dieses Alter erreicht, also müsste das ja wohl bei mir auch funktionieren können, denn ich fühl' mich eigentlich noch jung, bin fit, hab' keine wirklichen Beschwerden (die rechte Hüfte muckte im Training ein wenig, aber nur bergauf oder wenn ich nach schnellem Tempo langsamer wurde - das würde sich also einfach vermeiden lassen, in dem ich nicht langsamer würde :-D und steile Bergauf-Passagen gibt's in Valencia nicht), die Wettervorhersage passte (ca. 8-10°C beim Start, dann Erwärmung auf ca. 16°C, schwacher Wind mit max. 10km/h). Dieses perfekte Gesamtpaket sollte ich wirklich nutzen - wie oft hat man schon nahezu perfekte Bedingungen? Aber demütig anfangen, geduldig bleiben. Denn zu oft hatte ich bei Marathons schon auf dem ersten Halbmarathon zu stark hingehalten, um dann mit einem massiven Tief spätestens bei km34 bis km36 mit Gehpausen das Ding zu versemmeln. Die Distanz ist ja nicht mein Problem, nur das Tempo :-).

Sonntag: Tagwache um 5h45, damit sich mit Frühstück, kurzem Aufwärmen, usw. bis zum Start um 8h30 alles stressfrei ausgeht. Hat super geklappt und um 8h15 stand ich (leicht nervös) im Startblock. Der Zutritt wird übrigens genau kontrolliert, die umgebenden Zäune sind ca. 2m hoch (also nix mit drüberklettern) und so steht wirklich nur im jeweiligen Startblock, wer dort von der geplanten Zielzeit und Vorleistung hingehört. Bis 8h30 wurde es dann natürlich ziemlich kuschlig im Startblock. So viel Nähe und Gedränge hatte der Ultraläufer schon länger nicht mehr bei einem Lauf, aber es geht ja eh bald los. Und nachdem der Startblock nun noch vor dem Start ein paar Meter vorrücken darf, verlässt mich auch mein "wolliger" italienischer Startblocknachbar, der sich an meinen Oberarm kuschelte. Allerdings folgt ihm ein rasierter spanischer Oberarm mit Tagesstoppelansatz nach - da nehm ich bitte lieber den wolligen wieder :-)

42.195 Meter bis zum Glück?
Aber jetzt fällt auch schon der Startschuss und das Feld trabt los. Nachdem alle im gleichen Tempo losrennen, gibt's um mich herum kein Gedränge, keine wahnwitzigen Überholmanöver oder laufende Bremsklötze. Ich komme sofort in mein geplantes Anfangstempo von 4:20min/km hinein und es rollt angenehm dahin.

Die ersten 5 Kilometer sind in 21:40 perfekt in der Vorgabe absolviert und hier ist auch die erste Labestation. Ich bin gespannt, wie denn das ablaufen würde. Im Info-Magazin (mit weit über 100 Seiten ist das wirklich mehr ein Buch als eine simple Starter-Information) waren Wasser in Flaschen und Iso in Bechern sowie Flaschen angekündigt. Dazu Gels bei km20 und km30. Nur die Möglichkeit von Eigenverpflegung gab es offenbar nur für die absoluten Top-Läufer (auch von der Nummerierung auf den Tischen her dürfte das nur bis zur Startnummer 200 gegangen sein). Die Labestation war perfekt (so wie alle weiteren alle etwa 5 Kilometer). Zunächst wurden 0,33lt-Wasserflaschen (stilles Wasser) von unzähligen Helfern sowohl links als auch rechts der Strecke gereicht und das auf einer Länge von geschätzt 100m. Also null Gedränge an den Tischen, sondern jeder bekam seine Wasserflasche wenn er denn wollte in die Hand gedrückt. Danach dasselbe Spiel nochmals auf 100m mit Iso, ca. 80% der Helfer mit Bechern, 20% aber auch mit unterschiedlich voll gefüllten Flaschen. Man konnte sich also austoben was man genau haben wollte. Perfekt und super stressfrei. Von meiner Wasserflasche bleibt ein bisschen was über, also frage ich in die Runde der Mitläufer, ob vielleicht doch noch jemand etwas "Agua, agua" braucht - "Si, si" wird meine Flasche dankend angenommen. Gäbe zwar eh noch genug davon bei den Helfern, aber wozu Wasser vergeuden.

So rolle ich weiter. Bei km7 auch an Carola vorbei, die leider mit Verdauungsproblemen kämpft, mich aber kurz darauf wieder einholt, um sich wenig später doch wieder nach hinten zu verabschieden - nicht ihr Tag heute (aber wenigstens kommt sie unverletzt und sogar zufrieden ins Ziel). 

Polleralarm!
km10 ist in 43:16 erreicht - noch ist genug Blut im Hirn, dass ich errechnen kann, 4 Sekunden vor Plan zu liegen - ich muss lächeln, weil ich mir vorstelle, dass Georg "CobbDouglas" Z., der mich bei einigen Trainings begleitet hatte (und dabei teilweise alle 100m die Durchgangszeiten ansagte, was sehr hilfreich war), wenn er denn auch beim Marathon pacen würde, jetzt wohl ganz ruhig sagen würde "gut so, plus 4". Also perfekt - nur geduldig weiter so. Kurze Schrecksekunde nach ca. 11,5km: die Ideallinie verläuft knapp am Beginn eines Fahrradstreifens vorbei, welcher durch Plastikpoller und -schwellen von der PKW-Spur getrennt ist. Ging sich gerade noch aus, dass ich dem Poller ausweichen konnte, den ich erst erspähte, als der Läufer vor mir dem Poller auswich (und ebenfalls fast drüber stolperte).Im Bild rechts bin ich nicht zu sehen, aber auch beim Spitzenfeld war's knapp bei "meinem" Poller.

Bei km14,5 dann mein erstes Gel, dem Wasser und Iso bei der Labe bei km15 folgen. Hier geht mächtig die Post ab - Musikbeschallung ("Simply the best!" - die Musik ist Programm!) und Moderation vom Feinsten, Zuschauerspalier, Marathon-Partyyyyy! Freu mich schon auf km26, da kommen wir dann, wie ich am Kilometerschild auf der anderen Fahrbahnseite sehe, wieder hier vorbei. Mit 1:04:59 bin ich nun eine Sekunde vor Plan und es rollt. Nach km17 sieht man für zwei Kilometer auf der Gegenfahrbahn jene Läufer, die gerade die Kilometer 9 & 10 absolvieren. Also Abwechslung oder möglichst viele Viertel der Stadt einzubauen ist nicht das Credo des Valencia-Marathons. Die Strecke ist auf breite, gut laufbare Straßen, wenige Höhenmeter und Windschutz (daher auch keine Passage direkt am Meer) optimiert.

Bei km19 wurden dann etwas früher als für km20 angekündigt Gels vom Veranstalter verteilt. Eines geschnappt, das Verstauen in der Hose funktionierte nicht so auf Anhieb, also trag ich es halt mit bis ich's brauche - wird eh bei km24 in etwa sein. Bei km20 durch in 1:26:33, also 7 Sekunden vor Plan, laaaangsam, geduldig bleiben bis km30! Die Halbmarathonmarke kommt bei 1:31:16, also unter 2:02:32 muss ich laufen, damit ich endlich eine schnellere zweite Hälfte und somit negative split zusammenbringe. Achja, ich fühle mich immer noch fit und locker, habe Spaß an der Sache. Enjoy! Anzeigetafeln zeigen jetzt übrigens schon Temperaturen von meist 14-15° an, das könnte heute noch ein wenig warm werden. Aber im Schatten - und von dem gibt's bei Sonnenaufgang erst um 8h, damit immer noch tiefstehender Sonne und meist Wohnhäusern mit mindestens 6-8 Stockwerken genügend - ist es noch angenehm zu laufen. Aber vorsichtig auch ein bisschen mit Wasser kühlen kann nicht schaden.

Jetzt geht's zurück in Richtung Start und - psychologisch angenehm - anders als 2013 nicht mehr direkt am Hotel vorbei sondern näher bei der Ciudad de las Artes y de las Ciencias, einem architektonisch eindrucksvollen Museums- und Kulturzentrum. Hier gibt's bei km24 nun das vorhin geschnappte Gel, denn bei km25 ist ja schon wieder Labezeit mit Wasser zum Gel runterspülen.

Km25: 1:48:17 - plus 3 Sekunden auf den Plan. Noch einmal 21:40 für 5 Kilometer und dann darf ich von der Leine und schauen, was die Beine hergeben. Der aufmerksame Leser weiss, was jetzt kommt. Genau, bei km26 laufen wir wieder ein ins Spalier und die Musikbeschallung, die ich bei km15 schon erwähnte. Dieses Mal "Thunderstruck" - ob ich wohl ein Lightning werde? Bei km27 dann Überquerung des trockengelegten Flussbettes des Riu Turia, der jetzt ein Naherholungsgebiet und Laufrevier ist. Hier fand am Samstag auch der Breakfast-Run statt, welchen wir aber ausließen. Jetzt dreht sich die Strecke Richtung Altstadt, wo es stimmungsmäßig so richtig abgehen wird, wie ich auch von der Aufzeichnung des Valencia-Marathons 2016 (https://www.youtube.com/watch?v=dbimnQ8ABUE) wusste (ja, die hatte ich mir mit spanischem Kommentar volle Länge in der Vorbereitung angesehen :-) ). Wobei: auch bis jetzt war man nie einsam an der Strecke gewesen, ständig kam von irgendwo ein "venga, venga" oder "animo, animo" her. Nur mehr 3 Kilometer Geduld.

Kurz vor km30 dann die zweite Gelverteilung - schnapp, daneben gegriffen :-( ... aber kein Problem, da stehen ja noch viele Helfer und beim nächsten bin ich geschickter. Aufreißen, schlucken und dann sind wir schon bei der Labe mit Wasser und Iso - dieses Mal aus der Flasche, die auch ziemlich voll ist. Daher Frage an den Nebenläufer ob er auch noch Iso mag - "si, si". Durchgangszeit 2:09:58 - zwei Sekunden vor Plan. Jetzt darf ich dann rennen. Aber nix übertreiben, weil erstens geht's nun kurz ganz leicht bergauf und mehr noch zweitens: meine Angstpassage beim Marathon kommt ja noch mit km34 bis km36 und dort will ich nicht wieder eingehen. Etwas schneller geht aber, zumindest fühlt es sich so an, was aber auch daran liegt, dass das Feld um mich herum langsamer wird und ich bei gleichem Tempo somit am Überholen bin. Ein gutes Gefühl - I enjoy it!

km35: das übliche Spiel, entspannte Labestation mit Wasser & Iso, Durchgangszeit checken: 2:31:31 - 9 Sekunden vor Plan, also nicht wirklich viel schneller geworden ... aber auch nicht langsamer und ich hab nur mehr einen, maximal zwei "Angstkilometer" vor mir, dann sollte nicht mehr viel passieren können. Weil die letzten 5 bis 6 Kilometer hab ich bisher immer noch kämpfen können.

Einzig: in den Oberschenkel hinten machen sich leichte Krampfansätze bemerkbar. Offenbar habe ich doch etwas zu wenig getrunken und aufgrund der Wärme ordentlich geschwitzt (zeigt mir auch ein Blick auf die gepökelte Laufhose nach dem Lauf). Also ran an meine Salzbeutelchen, die ich mir sicherheitshalber eingesteckt hatte und Salz lutschen. Das half ein wenig, aber ganz locker konnte ich den Schritt nicht mehr durchziehen - bitte nicht, dass mich Krämpfe stoppen :-O.

Mittlerweile hab ich ein wenig die Orientierung verloren, wo und in welche Richtung wir laufen, aber egal, einfach der goldenen Linie, welche die Ideallinie markiert, nach - verlaufen ist eh nicht möglich, einfach immer im Zuschauerspalier bleiben. Venga, venga, animo, animo!

km37 ist erreicht - ich laufe immer noch gleichmäßig, kein Einbruch. Heute ist es wohl wirklich geschafft, das Schlimmste überstanden, jetzt weiter dranbleiben. Oberschenkel hinten sind wieder krampfiger, restliches Salz zuzeln. Kilometer 38 bis 39 oder so - jetzt geht es über Abluftschächte der U-Bahn drüber, die für meine Besohlung mit ON Cloud und dessen Lamellen etwas unangenehm zu belaufen sind. Aber entweder am schmalen Asphaltband links davon vorbei oder eben vorsichtig bei den durchgehenden Längsstreben aufsetzen. Ist auch bald vorbei.

Kilometer 40 - 2,2km noch. Noch einmal Iso & Wasser. Durchgangszeit 2:53:07 - keine Ahnung, was das jetzt relativ zum Plan ist, renn' einfach (Anmerkung plus 13 Sekunden waren es). Jetzt kommen wir auch wieder auf die Straße entlang des stillgelegten Flussbettes des Riu Turia, von wo es praktisch nur mehr gerade zum Zielbereich geht. Ich bin am Überholen und Überholen, das Publikum dicht an der Strecke, "venga, venga, Martín" werde ich angefeuert. Echt schön ist das heute - fast zum Genießen, aber bald sind wir ja schon im Ziel - schade ;-)! Aber dranbleiben, auf die Oberschenkel aufpassen, dass sich die leichten Krampfansätze nicht weiter auswachsen. Aber wann kommt endlich der 41er?? Das ist irgendwie recht lange. Ah, da ist er schon. Mit Plüsch-Maskottchen, das Abklatschen will. Nein, das lasse ich lieber aus, konzentriert bleiben. Jetzt noch eine ganz leichte Kuppe, bevor es mit deutlichem Gefälle bergab geht. Vorsichtig runterrollen, nur nicht 1000m vorm Ziel die Oberschenkel zerschießen. Und auch meine Besohlung ist auf dem kleinformatigen Pflaster nicht ganz ideal bzw. spüre ich nach fast 3 Stunden meine Fusssohlen doch deutlich. Aber trotzdem andrücken was geht. Die Stimmung ist Wahnsinn! 500m noch zeigt die Markierung am Streckenrand an, kurzer Blick auf die Uhr, okay, unter 3h02 wird sich nicht ausgehen, aber mit Genuss ins Ziel laufen, Bestzeit wird es sicherlich werden.

die letzten Meter ...
(am Tag davor aufgenommen)
Rechtskurve, die Musik dröhnt einen fast weg, und da ist schon der blaue Teppich für die letzten 200m - ab hier ist das Pflaster nicht mehr spürbar bzw. läuft man auch auf einem Holzsteg. Linkskurve und dann nur mehr gerade aus ... jajajaja, bald ist es geschafft, heute klappt es wirklich!!! Gefühlt Vollgas und auch die offizielle Rennuhr (mit Bruttozeit) zeigt noch eine Zeit unter 3h03 an.

Jubel im Ziel
Jawohl! Mit 3:02:19 bin ich im Ziel und überglücklich. Neue Bestzeit, Plan um letztlich 32 Sekunden unterboten, und endlich ohne Drama, sondern eigentlich fad-unspektakulär. Die Trainingsleistungen umgesetzt und gleichmäßig den Marathon durchgelaufen (erster Halbmarathon 1:31:16, zweiter HM 1:31:03).

Und die Erkenntnis: so "einfach" kann Marathon also auch sein, kein langes Leiden mit (in meinen Augen) unterdurchschnittlichem Erfolg. Im Nachhinein betrachtet war ich vielleicht sogar minimal zu defensiv, aber die Krämpfe kamen wohl auch nicht von ungefähr. Also sollte es schon gepasst haben, und es ist ja auch schön, wenn man sich denkt: das war bisher mein "perfektester" Marathon, aber da geht wohl auch noch mehr und vielleicht habe ich jetzt endlich den Schlüssel zum Marathonlaufen gefunden - 30 Kilometer lang "fadisieren" und dann "gemma". Ein bisschen mehr "Freunde" sind der Marathon und ich jedenfalls geworden. Nichtsdestotrotz müssen wir es mit der Freundschaft auch nicht übertreiben und daher geht's - nach ein paar Wochen Regeneration - die nächsten Trainingsmonate wieder zurück auf die Ultralangstrecke und das Laufen für den guten Zweck. Bin gespannt, was der "Tempoblock" mir für die Ultras bringen wird.

Next stop: 48 Stunden-Benefizlauf in Gols im Mai 2018 wieder für "sowieso! Kunstworkshops für Kinder mit Behinderung". Aber nächsten Herbst könnte ich mir ganz gut wieder einen "schnellen" Marathon vorstellen.

Fazit zum Valencia-Marathon: wie schon 2013 als Nichtläufer, haben sich auch als Läufer die positiven Wahrnehmungen bestätigt. Eine wirklich perfekt organisierte Veranstaltung - alles funktioniert reibungslos und schnell (fast preussisch, aber dann doch mit dem spanischen Charme dazu): angefangen von der Startnummerausgabe über die Messe, die Einordnung im Startblock, die Laben. Die Streckenführung ist definitiv schnell und das Starterfeld auf einem qualitativ und quantitativ hohen Niveau: mit meiner Zeit war ich auf Platz 1.442 von 16.180 Finishern (Top 9%; zum Vergleich: beim VCM ergab diese Zeit Platz 310 von 6.342, also Top 5%) und so lief ich keinen Meter ohne Mitläufer um mich herum, man hat immer jemanden zum Orientieren. Die Stimmung grandios, es gab ja auch jede Menge Stimmungspunkte mit so was ähnlichem wie Faschingsgilden - aber das habe ich nicht so im Detail wahrgenommen, dazu war ich zu sehr auf mich und den Lauf konzentriert. Und auch die Ziellabe kann was: neben einer Wärmefolie in Pellerinenform mit Kapuze (superpraktisch! da hat jemand mitgedacht), gibt's zunächst eine Einkaufstasche mit der Basisausstattung von Mandarinen, Wasser, Iso und Handtuch. Und dann noch in der freien Verteilung Bananen und Trockenfrüchte, die man nach eigenem Ermessen in der Tasche einsackeln kann für die spätere Regeneration. Dazu frisch gezapften Radler. Da lässt es sich auf den Erfolg anstoßen!

Für mich hat Valencia meinen bisherigen Lieblingsmarathon für "schnelle Zeiten" in Frankfurt abgelöst - und das heißt etwas, weil Frankfurt für mich auch schon ziemlich nahe an der Perfektion ist. Die Strecke ist in Valencia definitiv schneller, weil weniger Höhenmeter, die Logistik ebenso gut und die Strecke vor allem anfangs auch etwas breiter als in Frankfurt und damit entspannter laufbar. Gleichzeitig scheint mir gefühlt auch das Starterfeld leistungsstärker als in Frankfurt zu sein. Zumindest war's auch gegen Ende hin noch ein gutes dichtes Feld um mich herum, aber auch super laufbar. Einzig die höheren Temperaturen können unangenehm weil ungewohnt sein. Aber besser warm und trocken als kalt und nass (wie es leider die Florenzmarathonis heuer hatten). Also von mir eine klare Empfehlung, wenn jemand einen späten Herbstmarathon sucht!

Damit: Adios y hasta la vista 2018?! Ich schau' mir jetzt jedenfalls an, wie der Marathon so im Fernsehen ausgesehen hat und an welchen Sehenswürdigkeiten wir denn vorbeigelaufen sind :-) ... darunter gibt's noch ein paar Impressionen meines Laufs.

 

 



Sonntag, 18. Juni 2017

Gols - der Bericht

Aufgrund der einfacheren und gleichzeitig besseren technischen Möglichkeiten (Bilder & Videos!) übersiedelt mein Blog jedenfalls für den Bericht vom 48-Stundenlauf in Gols 2017 auf meinen Blog.

Den Bericht findet ihr somit hier: https://martin24h.jimdo.com/2017/06/18/gols-der-bericht/

Montag, 29. Mai 2017

48-Stunden von Gols - das Ergebnis

Kurz das Ergebnis, einen längeren Bericht gibt's dann sicherlich auch noch hier: ich bin in Gols beim "48-Stundenlauf" 245,137 Kilometer für sowieso!, die mich auch mit einer eigenen Fan-Gruppe vor Ort unterstützt haben, weit gekommen.

Sportlich war's aufgrund von hitzebedingten Magenbeschwerden und muskulärer Probleme schwierig und dadurch mehr ein 12-Stundenlauf mit anschließender 36-stündiger Wanderung.

Aber ich bin froh, durchgehalten zu haben, denn nach meiner ad-hoc Berechnung bedeuten diese erreichten Kilometer dank meiner tollen Spender ca. EUR 4.590,- für den Verein sowieso! ... und dieser Betrag wird dann noch von der Macquarie Group Foundation verdoppelt, womit sowieso! insgesamt über EUR 9.000,- erhalten wird!

Vielen herzlichen Dank an meine Unterstützer auch im Namen von sowieso! und hier noch das "Zielfoto" bei der Restmetervermessung - war bei den Temperaturen des Wochenendes ganz praktisch ein Platzerl im Schatten angepeilt zu haben im Schluss-Spurt.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Es könnte schon losgehen ...

Basislager powered by Falkensteiner Balance Resort Stegersbach***** steht
und das Wiiiiiichtigste habe ich auch schon entdeckt.

48h-Lauf Gols - ich bin bereit.

http://martin24h.jimdo.com

für Sowieso Workshop

#WannGehtsEndlichLos #KribbelKribbel

Mit AquaMail Android
http://www.aqua-mail.com gesendet

Sonntag, 21. Mai 2017

Noch 5 Tage ... Endspurt und zwei weitere tolle Preise zu gewinnen!

Es geht in den End-Spurt der Vorbereitung. Nur mehr 5 Tage, dann geht es los in Gols. Langsam steigt die freudige Anspannung in mir, die Laufkilometer wurden diese Woche bereits weniger, ich will ja vollkommen ausgeruht und ohne Beschwerden in Gols am Start stehen.

Apropos Beschwerden: Rückenschmerzen, Schulterschmerzen, Kreuzschmerzen, schwere Beine, ... wer von Euch hat nicht ab und an solche Probleme? Daher freue ich mich, dass ich zwei weitere Gewinne für Euer Rund-um-Wohlsein verlosen darf.

Denn das erfahrene Team der neu eröffneten und großartigen Gemeinschaftspraxis THERAPIEWERK (www.therapiewerk.at), Inhaberin Sabine Foessl Bsc (www.sabine-foessl.at) hat mir ebenfalls zwei Gutscheine zur Verfügung gestellt. Vielen, vielen Dank!



Zu gewinnen gibt es:
- 1x 45 Minuten Klettertherapie und
- 1x 45 Minuten Physiotherapie/Osteopathie,

welche nach meinem Benefizlauf unter allen SpenderInnen verlost werden! Zwei weitere ganz tolle Preise und ich bin schon gespannt, wer die glücklichen GewinnerInnen sein werden!

Achja: damit ihr die Chance auf einen der tollen Preise habt: 
gebt Euch doch bitte einen Ruck, besucht http://martin24h.jimdo.com, verwandelt meine Laufkilometer in Bares für den guten Zweck und zaubert vielen Kindern ein Lächeln ins Gesicht ... und Euch, wenn ihr dann einen der tollen Preise gewonnen habt!


Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu berichten: 2.262 Trainingskilometer liegen seit 1.1.2017 hinter mir, die Form hat sich nach Radiusköpfcheneinstauchung und heftigem grippalen Infekt seit Anfang April dann doch noch überraschend gut entwickelt - mit fast 121km innerhalb von 12h in Sarvar (22.4.) konnte ich eine neue persönliche Bestleistung aufstellen, beim 6h-Lauf von Sri Chinmoy im Prater (14.5.) auch nochmals gemütlich 67.15km erreichen und in der letzten Woche hat ein kurzes Sprint-Rennen ("Wiener Bankenlaufmeisterschaft") mit einem Schnitt von 3:54min/km über 9.25km gezeigt, dass die Beine auch noch spritzig sein können - um ein wenig zu scherzen: die Endspurt-Fähigkeit für Gols in der letzten Stunde sollte also gegeben sein :-D

Es dürfte also so weit alles passen, der Körper spielt mit, der Kopf freut sich auch schon riesig auf das Abenteuer 48h-Lauf zugunsten von sowieso! ... ich bin also gespannt, was ich in einer Woche berichten darf. 

Dienstag, 16. Mai 2017

Noch 10 Tage ... Gutes tun & gewinnen - weitere tolle Preise

Nur noch 10 Tage und die Spannung steigt. Wieviele Kilometer werde ich wohl beim 48-Stundenlauf in Gols zugunsten von sowieso! erlaufen? Wieviele SpenderInnen werden diese meine Kilometer in Bares für den guten Zweck umwandeln?

Und welche SpenderInnen werden bei der Verlosung nach dem Benefizlauf gezogen und dürfen sich nicht nur Hoffnungen auf eine Massage bei Gerald Dietrich machen, sondern auch auf weitere ganz tolle Preise?

Denn es gibt auch ein Biokistl vom Biogel, dem Anbieter der regionalsten Biokistln für Wien zu gewinnen.


Und auch das fantastische Falkensteiner Balance Resort Stegersbach***** im reizenden Südburgenland unterstützt meinen Benefizlauf mit einem Gutschein für eine Übernachtung inkl. Halbpension für 2 Personen.

Ihr wollt mehr zu diesen Preisen und wie ihr gewinnen könnt wissen? Dann schaut doch bei "Gewinnen" auf der Spendenseite vorbei!

Samstag, 6. Mai 2017

Noch 20 Tage bis Gols - Spenden & GEWINNEN!

Nur mehr zwanzig Tage sind es bis Gols und bis zum Start meines 48h-Laufs zur Benefizaktion http://martin24h.jimdo.com

Ich freue mich riesig darauf und auch, dass meine SpenderInnen nicht nur gutes Karma bekommen, sondern ich auch unter allen SpenderInnen einen Gutschein für eine Stunde Massage bei meinem Freund und langjährigen Masseur meines Vertrauens Gerald Dietrich verlosen darf!



Gerald ist selbst begeisterter Sportler (Mountainbike, Laufen) und weiß daher auch aus eigener Erfahrung ganz genau, was zu tun ist, wenn's wo zwickt.

Herzlichen Dank, dass ich eine Stunde bei Deinen heilenden Händen verlosen darf - ich bin schon sehr gespannt, wer nach dem Lauf in Gols gezogen und in diesen Genuss kommen wird!

Wer sich jetzt denkt "Ja, diese Chance möchte ich haben!" besucht gleich http://martin24h.jimdo.com, unterstützt meine Benefizaktion und schon seid ihr bei der Verlosung mit dabei!

Wie läuft es sportlich? Nach dem 12-Stundenlauf in Sarvar folgten einige Erholungstage mit nur wenigen Laufkilometern. Danach ging es wieder los und den letzten großen Belastungsblock habe ich heute mit einem langen Lauf über 60km abgeschlossen, der mich auf 200km innerhalb der letzten 7 Tage brachte. Da mich der letzte 60er vor einem Monat bereits durch 11 Wiener Bezirke geführt hatte, war der Ehrgeiz geweckt innerhalb des 60ers heute alle 23 Wiener Bezirke zu besuchen, wobei ein Besuch erst dann zählte, wenn im Bezirk mindestens einen Häuserblock entlang gelaufen wurde! Ist mir gelungen und war ganz nett (wer's nachlaufen will, hier die detaillierte Streckenführung), auch wenn manches Teilstück nicht ganz kompatibel mit dem Samstag-Programm der Restwiener war - wie zB das Durchlaufen des Neubaugassenflohmarkts :-D. Aber ich hatte es ja nicht eilig. Auch am Yppenmarkt schauten die chillenden Schanigartenbesucher ziemlich amüsiert dem hoppelnden Läufer zu. Aber jedenfalls hab' ich dabei auch einige neue Ecken und Gassen Wiens gesehen, der Körper hatte Kontakt mit Temperaturen über 20° und ich lernte wieder, dass ich bei diesen Temperaturen vom Gas gehen sollte, da der Körper das noch überhaupt nicht gewöhnt ist. Hoffentlich bleibt's aber bis Gols jetzt einigermaßen warm, damit der Körper sich weiter an den Sommer gewöhnen kann. Nächste Woche dann noch ganz gemütlich der 6-Stundenlauf von Sri Chinmoy im Prater und dann geht's schon ins Tapering! Hier noch einige Impressionen von heute ...


Die Bezirkstaferln ... los geht's im 5. und dann weiter über 6., 7., 8. und 9. über den Gürtel drüber

 
   

nun die "Außenbezirke" abklappern mit ganz kurz 18. queren (den besuche ich später noch länger) und in den 19. - dann länger 18., 17., 16., 15., 14.



 
 

  

Schöner Blick auf vertrautere Umgebung, leider etwas diesig mit der Handy-Kamera
 

ich nähere mich der Standardroute


  

nun durch die "alte" schulische und dann Wohnheimat

 

 
"Mordor" laut DieTagesPresse (http://dietagespresse.com/neustrukturierung-fixiert-haeupl-praesentiert-zukuenftige-wiener-bezirke/) ist erreicht



Und unbeschadet - bis auf einen von den ungewohnt höheren Temperaturen schon etwas durchkochten Kopf - geht's wieder raus aus "Mordor"


 
  

Das rettende Ufer auf der anderen Seite ist erreicht, nur mehr wenige Kilometer bis zum Ende der Runde
 
 
 


ein letzter Anstieg ...

... und die Runde ist komplett


Sonntag, 23. April 2017

12h-Trainingslauf in Sarvar

Was wäre das Ultralaufjahr ohne einem Gastspiel in Sarvar? Heuer allerdings als Vorbereitung auf Gols nur still und leise als 12-Stunden-Trainingslauf, aber trotzdem angemeldet für 24 Stunden, weil vielleicht bräuchte ich für meine (Trainings-)Ziele länger. Diese waren:

C: mindestens einen 100km-Lauf absolvieren, egal wie lange es braucht
B: neue Bestleistung (bisher 115,497km) innerhalb von 12h erreichen
A: die 120km (=sub 6:00min/km) knacken

Das Ganze aufwandsminimiert ohne Betreuung auf mich allein gestellt - für meine Lieblingsbeschäftigung der Errechnung wieviele Kilometer denn noch möglich sind, hatte ich mir eine kleine Garmin-App für meine 920XT programmiert. Letztere schaffte es auch, mich bei optimalen Bedingungen (kühl, bedeckt, kein Regen, kaum Wind) defensiv starten zu lassen und recht gleichmäßig in ca. 5:50-5:55min/km dahinzugleiten. Das Feld flog nur so an mir vorüber (das erste Mal wurde ich nach 4 Kilometern überrundet :-o), aber ich hatte mein eigenes Top-Ziel, die 120km. Mit hochgerechneten 121-122km waren die auch immer in Griffweite.

Nach 7 Stunden und 72km machte sich bemerkbar, dass der bisher längste Trainingslauf nur 6h bzw. 61km dauerte. Die Beine wurden schwer, der Kopf negativ. Da traf es sich gut, dass Szilvia Lubics (ja, die Spartathlonsiegerin!) mit Problemen kämpfend ebenfalls (mehrere Runden voraus) in meinem Streckenbereich und meiner Pace (!!) lief und ich mich zeitweise anhängen konnte. So war das zweite Drittel dann auch bald überstanden und es fehlte nur mehr ein Marathon in ca. 4h18 um die 120km zu erreichen - das muss doch gehen. Die 100km in 9:52:50 waren nur knapp über meiner (aber schwachen) Bestleistung von 9:52:35 absolviert, jetzt nur nix Blödes mehr machen und der aufkommende Wind würde hoffentlich weiter nur bei Böen sturmartig bleiben, dann knacke ich die 120km. Nach 10h30 rührte sich der Magen etwas - nein, Klostopp gibt's jetzt sicher keinen, denn dann sind die 120km weg. Also nur mehr ganz wenig Kohlenhydrate zuführen und weiter. Und nach 11:57:48 war es geschafft: 117 Runden = 120,62km waren absolviert. Interpoliert mit dem km/min-Schnitt der darauffolgenden Runde waren es dann in 12h 120,97 Kilometer. Für großen Jubel fehlte mir allerdings die Energie - die letzten 2 Stunden waren zwar tempomäßig weiter gleichmäßig, aber zunehmend anstrengend.

Nach einer Pause für Verpflegung und Kleiderwechsel probierte ich noch, was noch weiter möglich ist - im Kopf die Stimme von Didi K., der einmal sagte "hast du 120km in 12 Stunden, sind die 200km ein Spaziergang". Nun, da musste ich doch eher flotten Schrittes spazieren, dann rechnete meine App hoch, dass eine neue Bestleistung (>193,123km) möglich wäre, mit etwa 15km Laufen auch die 200km. Aber dafür war ich schon zu angeschlagen und das wäre sowohl körperlich als auch mental kein Training mehr sondern eine harte Wettkampfeinheit. Im Hinblick auf die Regenerationszeit und das weitere Training für Gols in nicht einmal fünf (puh, sobald schon?) Wochen ließ ich es dann nach knapp über 14h und 130,92km gut sein.

Das (wenige) Training scheint jedenfalls dennoch zu wirken. Und in Gols gibt's dann motiviert durch meine Benefizaktion martin24h.jimdo.com vollen Einsatz und Wettkampfhärte!

Montag, 10. April 2017

Es läuft - läuft es?

Die Zeit läuft nicht nur, sie verfliegt richtiggehend und so sind es nur noch etwas mehr als sechs Wochen, dann fällt schon der Startschuss zum 48-Stundenlauf in Gols und dem Höhepunkt meiner Benefizaktion martin24h.jimdo.com zugunsten des Vereins sowieso!

Herzlichen Dank an dieser Stelle den fünf Spendern, die sich bisher gefunden haben um meine Kilometer in Bares für den guten Zweck umzuwandeln. Auch wenn die Zeiten wirtschaftlich schwierig sind, so hoffe ich doch, dass sich neben vielen erlaufenen Kilometern von mir wie in den letzten Jahren in den verbleibenden wenigen Wochen noch viele weitere Spender finden! Jeder Euro hilft!

Und nicht vergessen: jeder gespendete Euro wird von der Macquarie Group Foundation (gemeinnützige Stiftung meines Arbeitgebers) verdoppelt!

Wo und wie könnt Ihr spenden und was macht sowieso! eigentlich? Das findet Ihr alles auf martin24h.jimdo.com !

Schon jetzt herzlichen Dank für Eure Großzügigkeit – die Freude und Dankbarkeit der an den sowieso!-Workshops teilnehmenden Kinder ist Euch gewiss. Aber seht selbst in diesem Video


Besonders treffend finde ich: „Früher hat man weniger gemacht, worauf die Kinder weniger gekonnt haben, worauf man geglaubt hat, dass mit den Kindern weniger zu machen ist ... Es ist das Schönste zu erleben, was alles geht und was alles machbar ist!“. Machen wir doch dieses Erlebnis gemeinsam möglich!

Zum Sportlichen: Wie ist die Vorbereitung bisher verlaufen? Das Auf und Ab seit Jahresbeginn hat sich leider fortgesetzt. Hat mich zunächst das eingestauchte Radiusköpfchen gebremst, so verlief dann der Trainingsurlaub in Andalusien wie ausführlich berichtet sehr zufriedenstellend und es entwickelte sich langsam so etwas wie eine Form. Leider hat mich dann vor 2.5 Wochen ein grippaler Infekt erwischt und mit über 38° Fieber in die Knie bzw. ins Bett gezwungen. Entsprechend war dann auch eine Trainingspause angesagt und zwei Belastungswochen fielen damit aus.

Für die letzte Woche waren kontinuierlich täglich viele Kilometer geplant, um den Körper wieder ans Laufen bei Dauerermüdung zu gewöhnen. Nun ja, zusätzlich zum Job waren dafür gar nicht allzuviele Kilometer nötig, da der Körper immer noch den Substanzverlust des Infekts spürte. Somit stand dann am Samstag ein (hoffentlich lockerer) Test an, wie es denn ausdauermäßig aktuell aussieht. Mit knapp über 61km in 6 Stunden in und um Wien herum war das tempomäßig zufriedenstellend, allerdings wären noch einige Kilometer mehr geplant gewesen – da spielte der Körper aber nicht ganz mit und gemäß des (hier bereits oft zitierten, aber immer noch zutreffenden) Mottos „If you undertrain you might not finish, if you overtrain you might not start“ war dann eben früher Schluss. Aber immerhin der längste Trainingslauf der bisherigen Vorbereitung auf Gols und der Körper erholte sich relativ rasch, sodass am Sonntag auch wieder ein lockerer Lauf über knapp 34km möglich war. Macht für die letzte Woche dann doch trotz weniger Kilometer zu Wochenbeginn in Summe 160km und (magere) 1.427km in den 14 Wochen seit Jahresbeginn. Aber gut, vielleicht ist ja heuer weniger mehr und ein paar Trainingswochen habe ich noch vor mir und ich freue mich, wenn Ihr mich mit Euren Spendenzusagen auf martin24h.jimdo.com zugunsten von sowieso! für den guten Zweck weiter motiviert!